Drastische Kehrtwende Atom-Gegner bringen FDP auf Linie

Nun entdeckt auch die FDP ihr grünes Gewissen. Generalsekretär Lindner will die im Zuge des Moratoriums stillgelegten AKW für immer abschalten, Minister Brüderle fordert einen schnelleren Umbau der Energieversorgung.
Update: 29.03.2011 - 16:53 Uhr 14 Kommentare
FDP-Generalsekretaer Christian Lindner hat inzwischen ein Problem mit den alten Atomkraftwerken. Quelle: dapd

FDP-Generalsekretaer Christian Lindner hat inzwischen ein Problem mit den alten Atomkraftwerken.

(Foto: dapd)

BerlinDie FDP will nach dem Wahldebakel ihre Atompolitik neu ausrichten und sich künftig stärker an den Wünschen der Bürger ausrichten. Die Kernenergie habe ihre öffentliche Akzeptanz verloren, die Politik müsse darauf reagieren, sagte Generalsekretär Christian Lindner am Dienstag in Berlin. Die FDP wolle daher schneller als bisher aus der Kernenergie aussteigen. In die Offensive gingen die Liberalen mit der Forderung, die im Rahmen des Atom-Moratoriums vorübergehend abgeschalteten Alt-Meiler sollten nicht wieder angefahren werden.

Die Debatte über personelle Konsequenzen aus der Wahlniederlage in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz tobte indes weiter. „Wir müssen jetzt in Personal und in Sache genau unseren Standort bestimmen“, mahnte der frühere Partei- und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt im Deutschlandfunk. „Wir kommen um eine gründliche Inventur nicht herum.“ Jeder müsse sich selbst prüfen, ob er an der jeweiligen Stelle für die Zukunft noch Großes bewirken könne. Die Partei stehe vor „existenziellen Herausforderungen“. Der Alt-Liberale Gerhart Baum forderte Vertreter der jungen Generation wie NRW-Landeschef Daniel Bahr, Gesundheitsminister Philipp Rösler und Generalsekretär Christian Lindner in der ARD auf, mehr Macht an sich zu reißen.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte eine Grundsatzdebatte. Die FDP müsse inhaltlich wieder auf die Höhe der Zeit kommen. Es sei gut, dass auch Parteichef Guido Westerwelle dies ebenfalls so sehe. Handlungsbedarf für einen Kurswechsel sieht die Ministerin insbesondere bei der Energiepolitik der Liberalen. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan hatte die FDP als langjährige Befürworterin der Kernkraft bei den Landtagswahlen erhebliche Stimmen eingebüßt. Westerwelle hatte noch am Wahlabend erklärt, seine Partei habe die Botschaft der Wähler verstanden. Doch auch bei anderen Themen wollen die Liberalen punkten.

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14 Kommentare zu "Drastische Kehrtwende: Atom-Gegner bringen FDP auf Linie"

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  • Opportunistischer Wendehals.

  • Wer denken kann, ist klar im Vorteil. Wer diesen Vorteil nutzt, erkennt schnell, dass das Angebot an leicht nutzbaren erneuerbaren Energien den Bedarf um ein Zigtausendfaches übersteigt. Es gibt im Detail allerlei zu diskutieren - vom Netzausbau über die richtige Geschwindigkeit der Umstellung bis zum geeigneten Mix an erneuerbaren Energien. Aber niemand, der auch nur einen Funken von der Sache versteht, bezweifelt, dass das Angebot ausreicht.

    Und dass Sie ausgerechnet wegen des Verzichts auf die Atomenergie - jener Form der Energieerzeugung also, die einen kläglichen Anteil von gerade einmal 4% (Tendenz sinkend) am Primärenergieverbrauch der Menschheit hat - von einer Furcht vor dem Verhungern ergriffen werden, ist, mit Verlaub, lächerlich.

    Mahlzeit!

  • Noch unglaubwürdiger und peinlicher geht es wohl nicht mehr!
    Übersetzt heißt das doch:
    "Würde alles verkaufen, einschliesslich meiner Großmutter, für ein paar Wählerstimmen"
    Es ist unglaublich, dass die FDP es immer noch schafft eins oben drauf zu setzen.
    Zeit dass sie verschwindet...

  • nachdem ich viele Leute motiviert hatte FDP zu wählen,
    wußte ich sofort nach der Maßregelung eines Journalisten durch Westerwelle:
    die FDP ist und bleibt ein Scheißhaufen .
    Nie wieder FDP .

  • Guten Tag,....Wendehaelse ! Die Kerle koennen Sie mir mit Nutella beschmieren;.... ich mag die Bande nicht. Besten Dank

  • Unglaubwürdig! & Verlogen! & Falsch! = FDP!

    Eine Partei, die für mich nicht vertretbar ist!

    Zur Bundestagswahl war ich Erstwähler. FDP-Parteimitglieder erzählen mir wie sie sich für eine geregelte Drogenpolitik (Freigabe weicher Drogen etc.) und Menschenrechte einsetzen werden. Natürlich, auf der Straße klingts immer nett und gut wenn die mit einem reden! Zu der Zeit äußerte sich Westerwelle ebenfalls positiv zu dem Thema. Und jetzt?
    Die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP!) konnte nicht einmal einen vernünftigen Abschlussbericht für 2010 vorlegen...

    Eine sehr sehr schlechte Partei die es wohl nur auf den Ruhm und die Kohle abgesehen hat, sehr Schade!

  • Einen Plan machen, heißt den Zufall gegen den Irrtum auszutauschen, sagte Eugen Roth.
    Es besteht kein Zweifel: Nach dem Reaktorunglück in Japan ist die Erzeugung von Atomstrom nicht mehr das Mittel der Wahl, gemessen an dem Restrisiko. Und trotzdem sollten wir einen Augenblick innehalten und nicht gleich im aufgewühlten Wasser fischen, um möglichst viel Fische an Land zu ziehen.

    Letztlich haben wir es hier nicht nur mit einem Restrisiko zu tun, sondern mit zweien: zu verstrahlen oder zu verhungern. Das eine Risiko, nämlich zu verstrahlen lernen wir gerade in Japan kennen. Das andere Risiko, nicht zu verhungern, obwohl wir auf Atomenergie verzichten, wird zurzeit von Experten unter Laborbedingungen modellhaft untersucht.

    Es sei genug erneuerbarer Energie für die Menschen- genauer gesagt für Menschheit - vorhanden, auch für den vermehrten zukünftigen Verbrauch beteuern sie immer wieder ohne jeden Irrtumsvorbehalt. Eine zu optimistische Aussage? Wer weiß das schon genau.

    Gesetzt den Fall sie irren sich, weil irren zur menschlichen Grundausstattung gehört. Zum Beispiel weil sie bei ihren Modellrechnungen von falschen Annahmen ausgegangen sind und so die von ihnen prognostizierten Mengen an regenerierbarer Energie doch nicht ohne Atomenergie in ausreichenden Mengen für die Menschen verfügbar sind? Kehren wir dann wieder um? Oder entscheiden wir uns für Pest und Cholera, weil wir alle Energieformen brauchen, auch Atomstrom, um unseren Wohlstand zu erhalten? Stehen wir gar am Vorabend einer Götterdämmerung und müssen uns entscheiden ob wir den jetzigen Wohlstand erhalten wollen?

  • Jetzt sind sie alle, die vorher den Ausstieg vom Ausstieg proklamiert haben, ganz vorne mit dabei. wer glaubt den denen noch, af einmal sind sie alle GRÜN und wollen den Ausstieg. Interssant was Volkesstimme so bei politikern anrichtet. Vor 20 Jahren hiess das mal "Wendehals"......! CDU und FDP sind für die nächsten Jahre "verstrahlt", denen glaubt doch kiener mehr nur ein Wörtchen wenn um AKW Ausstieg und erneuerbare Energien disskutiert und "rechtsicher" verhandlet wird....;-)

  • Wie verzeifelt muss man sein !! Jetzt wird jedem in den Hintern gekrochen, der mit einer Stimme winkt, so sieht also &quot;Wir haben verstanden aus&quot; !<br/>Die Liberalen bzw. die total Kapitalisten haben seit der Bundestagswahl ihre Wähler verraten und verkauft zum Wohle der Kapitallobby. Das sie von der umworbenen Mittelschicht, mit falschen Versprechungen, gewählt worden sind haben sie völlig ignoriert und ein weiter so nach jeder Umfrage, Beschluß oder Wahl gemacht. Es gab Zeiten, in der die Welt bei Krisen auf das diplomatische Geschick der Deutschen verlassen hat, um den ein oder anderen Waffengang zu verhindern, aber unser guter Außenminister bleibt mit seinem Po lieber im sicheren warmen Bett, anstatt seinen Job zu tun. Eines ist jetzt sicher &quot;die Gelben&quot; braucht kein Volk, und dass ist auch gut so !

  • Bei Herr Lindner ist wohl Gottesdämmerung und Morgendämmerung gleichzeitig eingetreten
    loß dem sturen Bursche glaube ich kein Wort

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