Drastischer Sparkus
Zu Guttenberg will Wehrpflicht aussetzen

Angesichts der massiven Sparzwänge prüft Verteidigungsminister zu Guttenberg die Aussetzung der Wehrpflicht und eine radikale Verkleinerung der Truppe. Damit kommt der CSU-Mann einem Herzenswunsch der Liberalen nach – und zieht sich massiven Ärger aus der eigenen Partei zu.
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BERLIN. Verteidigungsminister zu Guttenberg will die Wehrpflicht aus Kostengründen schon ab 1. Januar 2011 aussetzen. Das hat das Handelsblatt aus sicherer Quelle erfahren. Damit folgt er den Forderungen der FDP, setzt sich aber in krassen Gegensatz zur Union und zur CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Nach Informationen des Handelsblatts gab es bereits am Freitagabend heftige Auseinandersetzungen der CDU mit Guttenberg. Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion Ernst Reinhard Beck lieferte sich am Freitagabend ein lautstarkes Wortduell mit Guttenberg am Telefon, der sich zur Zeit in New York aufhält. Aus Unionskreisen war zu erfahren, dass Beck zu Guttenberg harten Widerstand in der Union gegen seine Pläne ankündigte.

Guttenberg will seine Pläne auf der Haushaltsklausur am Wochenende vorstellen. Dazu gehört auch eine radikale Senkung der Zahl der Soldaten auf 160 000 bis 180 000, sowie die Schließung zahlreicher Bundeswehrstandorte. In diesem Zusammenhang kündigte Beck seinem Parteifreund den erbitterten Widerstand nicht nur der Partei, sondern auch von „hunderten von Bürgermeistern, Landräten und Ministerpräsidenten“ an.

Die Verteidigungsexpertin der FDP, Elke Hoff, kommentierte gegenüber dem Handelsblatt: „Wir sind erfreut, dass der Verteidigungsminister voll auf FDP-Linie eingeschwenkt ist. Wir werden ihn bei seinem Vorhaben konstruktiv unterstützen. Das ist ein einmaliger, radikaler Paradigmawechsel in der Geschichte der Bundeswehr. Jetzt kommt es darauf an, dass er sowohl seine Partei wie seine Fraktion überzeugt.“

Übereinstimmenden Medienberichten vom Mittwoch zufolge könnte allein durch den Wegfall des Wehrdienstes eine Summe von mehr als 400 Millionen Euro eingespart werden. Die Sparvorhaben wie auch die Aussetzung der Wehrpflicht ab 1. Januar 2011 sollen auf der Kabinettsklausur am Sonntag und Montag in Berlin besprochen werden.

Kommentare zu " Drastischer Sparkus: Zu Guttenberg will Wehrpflicht aussetzen"

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  • An die Damen und Herren unserer Sparregierung möchte ich eine Anregung geben , wo sie wirklich viel einsparen können, beim Kindergeld. Früher war das Kindergeld für sozial schwache Familien gedacht, aber bei uns bekommen alle Kindergeld, egal wieviel Einkommen vorhanden ist, und das ist einfach nicht notwendig und hat auch auch nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.Die reiche Einkommensschicht lacht darüber und freut sich für extra Urlaubsgeld!!!

  • ich finde Herr Guttenberg ist von vielen NEiDERN umgeben. Er hat ein gesunde Auffassung von unserer bundeswehr. Soldaten sollen wie ander Leute auch freiwillig und nicht zu ihrem beruf gezwungen werden. Ver teidugung ist wichtig , aber eben nur auf freiwulliger basis. Wir sind nicht die USA und haben es nicht nötig Jeden der aus Verzweiflung zur Armee will auch zuzulassen, sondern eben erst nach reichlicher Prüfung zu akzeptieren. Herr Gutten berg ist ein ehrlicher Minister mit guten und umsetzbaren ideen das kommt bei unseren alten verknöcherten Herren und Damen natürlich nicht gut an. Aber ich wünsche ihm viel Kraft weiterhin für sein Amt und seine Pläne. Schade,dass wir nicht mehr Leute von seiner Art in unserer Regierung haben, er hat Format und ist sehr entschlossen, bitte setzen Sie sich durch Herr Guttenberg, werden Sie unser nächster KANZLER!!!!

  • Herr zu Guttenberg ist der einzige Macher mit Visionen! Der Rest sind nur Verhindere und bremser! Ob unsere Aussitz Kanzlerin dieses zulässt? Wie hält der Gutenberg das nur aus, bei so einer Truppe mitzuspielen ...

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