Dreieinhalb Milliarden Mehreinnahmen für Fiskus
Studie empfiehlt neues Umsatzsteuer-System

Ein Systemwechsel bei der Umsatzsteuer könnte dem Staat Mehreinnahmen von dreieinhalb Mrd. Euro bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PSP Peters Schönberger im Auftrag der Finanzminister von Bund und Ländern.

dri BERLIN. Insgesamt würde das Mehrwertsteuersystem weniger betrugsanfällig als heute, wenn die Umsatzsteuer auf das so genannte Reverse-Charge-Modell umgestellt würde. Die Finanzministerkonferenz von Bund und Ländern will am Donnerstag dieser Woche über Konsequenzen aus der Studie beraten.

Beim Reverse-Charge-Modell wird bei Geschäften zwischen Unternehmen oberhalb eines Rechnungsbetrags von 5 000 Euro keine Umsatzsteuer mehr fällig. Vom Finanzamt würden sie damit auch keine Vorsteuer erstattet bekommen. Anlass für die Studie waren die hohen Umsatzsteuerausfälle des Staates, die das Ifo-Institut für 2005 auf 15 Mrd. Euro schätzt. Etwa die Hälfte dieses Betrages geht nach Expertenschätzungen dem Staat bei Insolvenzen verloren, weil der Fiskus die Steuerschulden nicht mehr eintreiben kann. Ein weiterer großer Teil ist Steuerhinterziehung durch Schwarzarbeit. Und jährlich etwa drei Mrd. Euro gehen auf kriminelle Scheingeschäfte zurück: Dabei werden Waren von einer Briefkastenfirma zur nächsten verkauft, und jedes an einem solchen Karussell beteiligte Unternehmen lässt sich den Mehrwertsteueranteil der Scheinrechnungen vom Finanzamt erstatten.



Die Verfasser der Studie plädieren vor allem wegen seiner geringeren Betrugsanfälligkeit für das Reverse-Charge-Modell. "Wo keine Umsatzsteuer anfällt, kann sie nicht hinterzogen werden", wirbt seit Jahren der rheinland-pfälzische Finanzminister Gernot Mittler (SPD) für das Modell, das er gemeinsam mit seinem bayrischen Kollegen Kurt Faltlhauser (CSU) entwickelte.



Seite 1:

Studie empfiehlt neues Umsatzsteuer-System

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%