Dreikönigstreffen der FDP Lindner schlägt Merkel endgültig die Tür zu

Die Kritik an Christian Lindner war groß nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen. Beim Dreikönigstreffen bekräftigt der FDP-Chef: Keine Koalition mit einer CDU unter Merkel. Die Anhänger jubeln. Ein Kommentar.
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„Eine neue Generation für Deutschland“: FDP-Chef Lindner erteilte einer Regierungsbildung mit der CDU endgültig eine Absage. Quelle: dpa
Dreikönigskundgebung der FDP in Stuttgart

„Eine neue Generation für Deutschland“: FDP-Chef Lindner erteilte einer Regierungsbildung mit der CDU endgültig eine Absage.

(Foto: dpa)

StuttgartEine Koalition mit der Merkel-CDU wird es mit Christian Lindner nicht mehr geben. Unter dem tosenden Applaus der Parteibasis im Stuttgarter Opernhaus fuhr der FDP-Chef eine Attacke nach der anderen gegen die CDU-Chefin. Bis auch dem Allerletzten der Anwesenden klar war: Lindner ist mit Merkel durch. Seit dem Dreikönigstreffen gibt es kein Hintertürchen mehr für eine Jamaika-Koalition unter Merkel mit FDP und den Grünen, sollten die Verhandlungen von Union und SPD scheitern.

Als Alternativen brachte Lindner eine Minderheitsregierung unter Merkel ins Spiel, oder eben Neuwahlen. Sein neuer Slogan heißt nun: Eine neue Generation für Deutschland. Dabei hat er seinen Freund Jens Spahn von der CDU im Blick, und Robert Habeck von den Grünen. Sein großes Vorbild bleibt der französische Präsident Emmanuel Macron. Er lobte dessen Bewegung „En Marche“ über den grünen Klee und zog viele Vergleiche zwischen der FDP und Macrons Partei.

Im Saal kam das gut an. Ob sich Lindner damit allerdings nicht überhebt, werden die kommenden Jahre zeigen. Bislang war die FDP immer ein Nischenanbieter für Themen wie Wirtschaft, Digitalisierung und Bildung. Doch das ist dem Parteichef nicht genug. Dafür nimmt er auch in Kauf, traditionellen Verbündeten wie den Wirtschaftsverbänden wenigstens rhetorisch vor den Kopf zu stoßen. Er nahm es aber auch wohlwollend zur Kenntnis, dass der Gastgeber in Stuttgart, Michael Theurer, Wirtschaftsgrößen wie Hans Peter Stihl eingeladen hatte und in der ersten Reihe platzieren konnte.

Wie bereits im Wahlkampf versucht Lindner eine breite Wählerschaft in der direkten Ansprache und über die sozialen Medien für sich zu gewinnen. Innerhalb der neuen FDP ist er vollkommen unumstritten, das hat das Dreikönigstreffen noch einmal gezeigt. Allerdings ist es auch klar geworden, dass er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Wolfgang Kubicki sein Personaltableau erweitern muss. Andernfalls bestimmt die alte Garde, etwa Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Gerhart Baum, weiter die Schlagzeilen.

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