Dreikönigstreffen: Rösler beklagt Diffamierung der FDP

Dreikönigstreffen
Rösler beklagt Diffamierung der FDP

Maßlos und erniedrigend sei die Kritik an seiner Partei, beklagte sich FDP-Chef Philipp Rösler bei seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Dreikönigstreffen. Sein schärfster Kritiker hatte zuvor das Wort ergriffen.
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StuttgartFDP-Chef Philipp Rösler hat maßlose und erniedrigende Kritik an seiner Partei beklagt. Die Gegner versuchten, die Liberalen unter die Wasserlinie zu drücken, so Rösler bei seiner Rede auf dem Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart.

Wenn die FDP in der Öffentlichkeit teils als Unkraut bezeichnet werde, müsse er sagen: Hier werden Grenzen - auch der Kritik – überschritten, so Rösler am Sonntag beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart. Er persönlich als Parteichef müsse mit Kritik leben: „Das gehört zu meinem Job.“

In seiner mit Spannung erwarteten Rede schwor der FDP-Chef seine Partei auf einen offensiven Wahlkampf 2013. Die FDP sei „die einzige Partei in Deutschland, die für die Freiheit kämpft“, so Rösler. Seine Rede galt als wichtige Wegmarke für die politische Zukunft des wegen schlechter Umfragewerte stark unter Druck geratenen Parteichefs.

Rösler warb für einen „bescheidenen Staat“, der sich zurückhält und den Menschen „nicht in die Tasche greift“, für einen Schuldenabbau und einen ausgeglichenen Haushalt bereits 2014, für freie Forschung und Bildung sowie für mehr Bürgerrechte. Das finde man nur bei der FDP, sagte er und betonte: „Ihre Freiheit ist unsere Aufgabe, ist unsere Verantwortung in Deutschland.“

Der FDP-Chef warnte eindringlich davor, die Bundestagswahl im Herbst zu unterschätzen. Hier gehe es um nicht weniger als eine Richtungsentscheidung für Deutschland. Der Grundkonflikt laute: Mehr Staat oder mehr Freiheit. Die Antwort der Liberalen sei klar, wenn auch nicht einfach, weil sie dem Einzelnen viel abverlange, aber auch viele Möglichkeiten eröffne. Doch werde die FDP die „Flamme der Freiheit“ lodern lassen.

Scharfe Angriffe richtete der FDP-Chef vor allem gegen die Grünen, deren Wahlprogramm nichts anderes sei als eine „grüne Hausordnung für eine staatliche Besserungsanstalt“. Staatliche Bevormundung könne aber nicht die Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart sein. Dem würden die Liberalen den Freiheitsgedanken eines aufgeklärten und libertären Deutschlands entgegensetzen - notfalls wie im Falle Schlecker auch gegen den Koalitionspartner CDU/CSU.

Ganz zum Schluss seiner fast einstündigen Rede ging Rösler noch kurz auf die seit Monaten anhaltende Führungsdebatte um seine Person ein. Hier mahnte er lediglich „Stil, Fairness und Solidarität“ an. Dies sei nötig, um einen erfolgreichen Wahlkampf in Niedersachsen, in Bayern und im Bund zu schaffen, sagte er und erhielt schließlich einen dreiminütigen Befall.

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Brüderle stärkt Rösler den Rücken

Kommentare zu " Dreikönigstreffen: Rösler beklagt Diffamierung der FDP"

Alle Kommentare
  • Rössler ist kein schlechter. Er ist einfach der Falsche Mann an der Spitze. Die FDP sollte endlich Verantwortung übernehmen und sich für die Zukunft des Landes aufstellen. Rot Grün wird alles runterwirtschaften was in den letzten 10 Jahren geschaffen worden ist!

  • liberal
    ich kann Ihnen nur zustimmen.
    Wir bräuchten dringend eine liberale freiheitliche Partei.
    Gerade wo die Grünen mehr und mehr zu Diktatoren werden, und Merkel immer sichtbarer die Hinwendung zu einer DDR 2.0 vollzieht, bräuchten wir dringend ein Gegengewicht
    Aber die derzeitige FDP vertritt keinerlei Liberalität im Sinne von Dehler mehr

  • manni
    besser kann man es nicht ausdrücken

  • Eine liberale Partei wäre so wichtig - aber die FDP ist zu einer verlogenen Beamtenpartei verkommen.

    Rösler hat keinerlei politische Authorität. Wer befürwortet ihn noch außer denjenigen, die sich einen Posten oder ähnliche vetternwirtschaftliche Vorteile erhoffen?

    Von Liberalität ist bei der FDP nichts mehr zu finden. Das Gehetze gegen den Staat ist bereits an den rechten Rand des Populismus abgeglitten.

    Die Kritik an der FDP ist zutiefst berechtig!

  • @derhunter

    eine sehr schwere Frage, ich weiß auch wirklich nicht, wen ich beim nächsten Mal wähle! Die FDP sticht halt als absolute Untergrenze des Erträglichen hervor! Viele wertvolle Errungenschaften einer durch die Aufklärung geprägten Gesellschaft klingen aus den euphemistisch-marktschreierischen FDP-Kehlen wie eine Perversion! Ständig von Bürgerrechten und Liberalisierung schwadronieren und in Wirklichkeit das Schmiermittel hin zu einer neuen Feudalstruktur zu liefern erzeugt bei mir Brechreiz!"

  • Zitat……. Rösler warb für einen "bescheidenen Staat", der sich zurückhält und den Menschen "nicht in die Tasche greift", für einen Schuldenabbau und einen ausgeglichenen Haushalt bereits 2014, für freie Forschung und Bildung sowie für mehr Bürgerrechte. Das finde man nur bei der FDP, sagte er und betonte: "Ihre Freiheit ist unsere Aufgabe, ist unsere Verantwortung in Deutschland." steht sie denn, das man nicht auch in der CDU/CSU finden kann?

    Im Hintergrund der Tatsache, dass Rösler mit neuen Subventionen der Bevölkerung in die Taschen greift, fühlt man sich doch verarscht. Außerdem frag ich mich, wann die FDP für freie Forschung eingetreten ist. Und wo war der Kampf gegen Studiengebühren? Auch hat sich in den sieben Jahren nichts gegen die mittelalterliche Föderalismuspolitik getan. Ich vermute, Freiheit liegt im Auge des Betrachters, ups .., der FDP.

    Zitat….Drei Jahre habe die Partei in Berlin Asche auf ihr Haupt gestreut - jetzt müsse sie kämpfen….

    LOL, vermutlich würde sie das nach einem Erreichen der 5% Hürde, wieder tun. Jetzt ist erst einmal Sand angesagt ..., was in den Augen der Wähler gestreut werden soll.^^

  • @deerhunter: ich bitte um Erklärung, warum rechts und das Einstehen für deutsche Standpunkte, und für die des Steuerzahlers, sowie der konsequente Schutz der Bürgerrechte rechtsradikal sein soll. Ich gehe einfach einmal davon aus, daß die Presse- und Regierungspropaganda gründliche Arbeit geleistet hat.

  • • @ Deerhunter

    Die Piraten? Das ist wohl das nächste Geisterschiff.

    Schon mal überlegt :

    NEUE BESEN KEHREN BESSER !

    Schon aus diesem Grunde sind die Piraten besser, als die verkommene FDP !

    Einem mit Ansichten der FDP bietet sich an, mal als ALTERNATIVE die FREIEN WÄHLER anzuschauen....!

    Es gibt Alternativen, man muss sich nur darum kümmern !

  • Ich denke, die FDP beschreibt den Grundkonflikt nicht richtig. Es geht aktuell vorrangig nicht um einen Konflikt zwischen mehr Staat und mehr Freiheit, sondern um die Frage des richtig handelnden Staates, um Freiheit zu garantieren. Ein zuwenig an Staat oder falsch handelnder Staat ist im Zusammenhang mit der Finanz- und Staatsschuldenkrise ja inzwischen auch als Quelle von Problemen anerkannt. Hier hat der Markt duch Fehlen von Spielregeln die Freiheit eingeschränkt. Wichtig ist ja nicht nur die Freiheit der Finanzindustrie und des vermögenden Teils der Bürger, sondern aller.

  • Der Grundkonflikt laute: Mehr Staat oder mehr Freiheit.
    -----------
    uiii..da sind wir Bürger aber in einer Zwickmühle.
    Als ob die Staatsbediensteten sich für Freiheit selber abschaffen würden..Im Gegenteil..man will noch aufstocken.
    Wir brauchen nur Sicherheit und Arbeitsplätze,die von
    Staatswegen ins Ausland vertrieben und verlegt wurden.
    Was nützt der Freiheit die Freiheit,wenn sie am
    Existenzminimum nagen und sorgenschwer sich nicht
    entfalten kann..Für diesen diffusen Freiheitsbegriff,
    haben wir schon den Gauck..


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