Dritte Stahltarifrunde ohne Ergebnis - Arbeitgeber mit Angebot
Warnstreiks in Stahlindustrie

Ohne eine Einigung ist am Donnerstag die dritte Tarifrunde für die rund 85 000 Beschäftigten der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie zu Ende gegangen. Nun bereitet die IG Metall an allen Standorten in NRW, Niedersachsen und Bremen erste Warnstreiks vor.

HB RATINGEN. Die Warnstreiks werden voraussichtlich am kommenden Dienstag stattfinden und überall „zu spürbaren Produktionsausfällen führen“, bestätigte ein Gewerkschaftssprecher der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) in Essen. Die Tarifkommission kommt am Freitag zusammen.

In der dritten Runde legten die Arbeitgeber erstmals ein Angebot auf den Tisch. Danach sollen die Löhne und Gehälter um 1,9 % angehoben werden bei einer Laufzeit von 19 Monaten. Außerdem sollen die Beschäftigten eine Sonderzahlung von 500 € erhalten. Die IG Metall fordert dagegen für die Beschäftigten in der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein- Westfalen, Niedersachsen und Bremen 6,5 % mehr Lohn.

Der IG Metall-Bezirksleiter, Detlef Wetzel, bezeichnete die Offerte der Arbeitgeber als eine „Provokation“. Seiner Auffassung nach wollten die Arbeitgeber den Konflikt und dass die Arbeitnehmer Verzicht übten. „Dieses Einbahnstraße muss ein Ende haben“, betonte Wetzel. Das weitere Vorgehen will die IG Metall noch an diesem Freitag bei einer Sitzung der Tarifkommission in Sprockhövel beraten.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Stahl, Helmut Koch, verwies dagegen auf die zyklische Entwicklung der Geschäfte in der Stahlindustrie. Mit der Sonderzahlung wolle man die Arbeitnehmer an den Erfolgen beteiligen. Langfristig sollte aber die Industrie durch höhere Abschlüsse nicht unnötig belastet werden, sagte er.

Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung unter anderem mit der Ertragslage der Unternehmen. Diese hätten 2004 wegen der guten wirtschaftlichen Situation 500 bis 2000 € extra an ihre Beschäftigten gezahlt.

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