Drohende Umsatzeinbußen Deutsche halten Kulturangebote für verzichtbar

Obwohl die Wirtschaft in Deutschland floriert, wollen die Menschen sparen – und zwar bei der Kultur. Theater, Kinos, Kneipen und Restaurant müssen sich künftig auf sinkende Umsätze einstellen.
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Ein trauriger Clown. Menschen in Deutschland wollen künftig nicht mehr so viel für Kultur ausgeben. Quelle: Reuters

Ein trauriger Clown. Menschen in Deutschland wollen künftig nicht mehr so viel für Kultur ausgeben.

(Foto: Reuters)

BerlinTrübe Aussichten für Betreiber von Kinos, Theatern, Konzerten oder Opern: Beim Besuch von Kultureinrichtungen wollen die Menschen in Deutschland künftig besonders sparen. Das zeigt eine Umfrage der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, für die 3000 Menschen ab 14 Jahren zu ihrem Freizeitverhalten befragt wurden. Dabei gilt offensichtlich für viele Kultur als am ehesten verzichtbar.

Auf einen Bewohner, der künftig für Kultur mehr Geld ausgeben möchte, kommen sieben, die hier sparen wollen. Auch Kneipen, Restaurants oder Discos müssen sich demnach auf Umsatzeinbußen gefasst machen: Jeder vierte Befragte plante, weniger dafür auszugehen. Und bei Mobiltelefonen wollen die Leute künftig ebenfalls Kosten drücken: Auf jeden Befragten, der hier mehr Geld investieren will, kommen fast fünf, die vorhaben, ihre Ausgaben zu senken.

Am wenigsten antasten mögen die Menschen in Deutschland demnach ihren Urlaub. Zwar gaben 17 Prozent der Befragten an, dafür künftig weniger Geld auszugeben, aber immerhin wollen 15 Prozent für die Ferien tiefer in die Tasche greifen. Auch bei Mobilität, Gesundheit oder Essen und Trinken möchten viele Leute keine Einschnitte vornehmen.

Grundsätzlich werten die Meinungsforscher als positiv, dass drei von fünf Befragten künftig ebenso viel Geld ausgeben wollen wie in der Vergangenheit. „Die deutsche Wirtschaft boomt und die Steuereinnahmen sind hoch, die Inflation ist gering und das Zinsniveau niedrig. Dennoch wollen viele Bürger in Zukunft eher sparen als konsumieren“, sagt der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Prof. Ulrich Reinhardt.

Dafür macht er vor allem zwei Gründe aus. „Erstens blicken viele Deutsche mit Skepsis und Zurückhaltung in die Zukunft. Zweitens schätzen viele Bundesbürger ihre persönliche Lage recht realistisch ein: Sie wollen nicht unbedingt sparen, müssen es aber, da das eigene Einkommen nicht ausreicht. Eine Verschuldung für Konsumgüter - wie zum Beispiel in den USA typisch - ist für die meisten Bundesbürger keine Option.“ Die vollständige Studie, die der Nachrichtenagentur dpa in Teilen vorab vorlag, soll am kommenden Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt werden.

  • dpa
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6 Kommentare zu "Drohende Umsatzeinbußen: Deutsche halten Kulturangebote für verzichtbar"

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  • Die breit angesetzte, gewollte Verarmung der Massen durch die Finanzelite, angeführt von Goldman Sachs, Rothschild, Warburg, JPMorgan, - sie kommt auf breitem Fuss "unten" an. Immer mehr prekäre Jobs und gleichzeitig möglichst 2-3 solche Jobs im Monat sollen diesen gerade decken, für die meisten Leuten. Das war das Konzept der Chicago-Group-1930, als diese das Modell der verblödenden "Hallo-Konsumgesellschaft" entwarf. I-Phone und weitere Smartphone-Produzenten katapultieren den Effekt seit etwa 10 Jahren beschleunigt hinauf ins Grenzdebile. Die Leute merken GARNICHT mehr, was um sie herum passiert; trampeln auf der Straße anderen auf die Füsse, sind mit Headphone völlig überdreht im Straßengeschehen mit drin, schlagen auf andere ein, die ihnen etwa als Radfahrer samt Headphone in den Weg kommen. Vielleicht normalisiert sich das so - wenn alles das zu teuer wird. In den nächsten Jahren folgt die Vernichtung der Sozialhilfe in Deutschland respektive Europa!! Auch diese soll der Spekulation anheim fallen. Noch, - noch ein tabu. Wenn EU dahin greist, ist es für keinen Investor mehr von Interesse! Und dann? Viell werden die Menschen dann ja wieder: menschlich, einander freundlich zugewandt, hilfsbereit. Weg von diesem widerlichen, hirnfreien: ICH. Die Privatisierung frisst ihre Kinder - nicht ihre Erfinder. Die algen sich mit den Freunden der Headphones in London und NY in den Gewinnen der durch sie ausgelösten, schwankenden Börsen. Schwankungen, die nur sie einschätzen, kalkulieren und korrekt umsetzen und daher dort täglich Mrd EUR/Dollar gewinnen können.

  • Sparen ist doch die logische Konsequenz zu den vielen Verteuerungen in unserem Land! Meine Frau und ich verzichten bereits auf Cafe, Restaurant, Thermen, Kneipen und Vereinsmitgliedschaften! Wie soll es sonst laufen? Die Renten sind in den letzten 10 Jahren zweistellig gekürzt worden, der Strompreis hat sich verdoppelt. Das behindert den Wirtschaftskreislauf. Die Politik der Blockparteien wollte es so. Leider. Jetzt wählen wir die AfD.

  • @ RDA
    Doch die Bundeswehr hätte was zu verteidigen,und zwar die von innen herraus Deutschland zerstören und verschachern wollen!!! Sie sind unter den Bänkern,Aufsichtsräten/Managern und Politikdarstellern.Der Feind sitzt in unseren Reihen oder über unseren Köpfen!!!An den Taten werdet ihr sie schon erkennen. PS.Nicht vergessen aufzuzeichnen

  • Zunächst würde ich die Statisten des Bundestag-Theaters auf 50 Prozent zusammen streichen, die Zahl der Bundesländer auf 8 reduzieren und den Rotstift an der Brüsseler Bürokratie ansetzen.

  • GEZ:
    26.000 Angestellte
    22 TV-Sender
    64 Radioprogramm
    1.100 Musiker
    200 Sänger
    9 Sinfonieorchester
    2 Rundfunkorchester
    4 Big Bands
    5 Chöre
    ....

  • Tataaaa! Wer stagnierende Reallöhne und sinkende Lohnquoten sät, wird Konsumzurückhaltung ernten. Haben Sie sich nie gewundert, warum unsere Vollsortimenter-Supermärkte immer weniger werden und die Discounter Überhand nehmen? Wie sieht´s aus mit artgerechter Tierhaltung in den Agrarfabriken für die Discounter? Was ist mit multiresistenten Keimen, die in diesen Fabriken gleich mitgezüchtet werden? Und nicht zu vergessen die rumänischen "Selbständigen", die für Hungerlöhne in deutschen Schlachthöfen arbeiten.
    Unsere Wirtschaft ist krank! Höhere Lohnquoten, mehr unbefristete Vollzeitarbeitsplätze und Mindestlöhne für alle Branchen sind das Gebot der Stunde. Teilzeit oder Leiharbeit sollten an feste Gründe gekoppelt werden (z.B: Teilzeit nur bei Kindererziehung etc. oder Leiharbeit nur bei temporären Engpässen), um das ALG II-Aufstocker-Unwesen und vorprogrammierte Altersarmut einzudämmen.

    Aber zurück zum Thema: Wenn unsere Bevölkerung nur oft genug zu hören bekommt, dass "alle keine Theater mehr wollen", dann ist das für mich lediglich ein weiteres Agenda setting für anstehende Schließungen öffentlich finanzierter Einrichtungen. Warum macht eigentlich niemand eine Umfrage darüber, wie gerecht wir die GEZ-Haushaltsabgabe finden und ob man die GEZ nicht schließen soll? Oder über out of area-einsätze der bundeswehr, die laut Verfassung eine Verteidigungsarmee ist, aber seit dem Ende des Kalten KRieges nichts mehr zu verteidigen hat?

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