Drohung mit "gesetzlichem Handeln"
Müntefering fordert: Lehrlinge jetzt einstellen

SPD-Fraktionschef Franz Müntefering hat die Wirtschaft aufgefordert, jetzt mehr Ausbildungsplätze anzubieten - und damit nicht erst bis zum Jahresende zu warten. „Der gesetzliche Stichtag für die Lehrstellenbilanz ist der 30. September“, sagte Müntefering am Montag in Berlin.

dpa BERLIN. Sollten die Unternehmen bis dahin nicht von selbst ausreichend Ausbildungsplätze schaffen, „werden wir gesetzlich handeln“. Dazu sei die SPD-Bundestagsfraktion „wild entschlossen“.

Unter anderem hatte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, in der „Bild“-Zeitung angekündigt, die deutsche Wirtschaft werde jetzt bis Jahresende zusätzliche Lehrstellen schaffen. Müntefering sagte dazu: „Die Botschaft ist nicht zureichend.“ Die nachträgliche Vermittlung von Jugendlichen auch nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres sei zwar grundsätzlich richtig. Im Mittelpunkt müsse jedoch zunächst das Ziel stehen, bereits zum regulären Stichtag 30. September eine vernünftige Lehrstellenbilanz vorzulegen. Im Interesse der Jugendliche dürfe die Wirtschaft nicht länger warten. „Wir werden uns dabei nicht vertrösten lassen.“

Der Präsident der Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, sprach sich dafür aus, Möglichkeiten zur Senkung der Lehrlingsvergütung zu schaffen. Wenn Betriebe einmalig zusätzlich Ausbildungsplätze anböten, dann müssten sie dies in Einzelfällen und mit Einverständnis der Belegschaften tun können, sagte Hundt am Sonntagabend in der ARD- Sendung „Sabine Christiansen“.

Nach Worten Brauns haben die Industrie- und Handelskammern seit Jahresbeginn rund 300 000 Betriebe in Deutschland angesprochen. Der DIHK-Präsident: „Trotz des konjunkturellen Gegenwinds konnten knapp 10 000 neue Ausbildungsbetriebe gewonnen und 18 000 neue Ausbildungsplätze geschaffen werden.“

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