
dne/HB FRANKFURT/MAIN. Sarrazin verteidigte damit die kontroversen Äußerungen in Interviews, wegen denen ihm ein Ausschluss aus der SPD droht. „Über den Tonfall kann man reden, aber die Fakten waren richtig“, sagte er. Die unerwartet große Wirkung seiner Worte zeige, dass das Thema die Bürger bewege. Im Gespräch mit dem hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) und dem deutsch-türkischen Medienunternehmer Kenan Kubilay räumte Sarrazin zwar ein, dass Ausländer immer „bergauf kämpfen“. Trotzdem dürfe es nicht sein, dass eine große Gruppe von Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sei, nicht einmal die Bereitschaft zeige, die Sprache richtig zu lernen. „Integration ist zu 80 Prozent eine Bringschuld und keine Holschuld.“
Für eine bessere Integration forderte Sarrazin daher ein Umdenken bei der Bildungspolitik. Es müsse gewährleistet sein, dass jedes Kind gerade in den ersten Schuljahren auch wirklich mitkomme aber nicht über einen weiteren Ausbau der Sozialarbeit. „Noch mehr Lehrer und noch mehr Förderung, das funktioniert nicht.“ Nötig seien vernünftige Lehrpläne und eine konsequente Qualitätskontrolle. „Wenn die Hausaufgaben nicht gemacht werden, dann wird eben das Kindergeld um 50 Prozent gekürzt“, sagte Sarrazin.
Die Grünen reagierten mit Empörung auf die neuerliche Migranten-Schelte Sarrazins. "Das polemische Prinzip wiederholt sich in regelmäßigen Abständen: Sarrazin greift erst ein existierendes Problem auf, überspitzt es haltlos und macht dann für die Situation eine Minderheit verantwortlich“, sagte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck am Mittwoch im Gespräch mit Handelsblatt Online und fügte hinzu: „So funktioniert Rechtspopulismus."
Hahn begrüßte zwar die deutlichen Worte Sarrazins, warnte aber zugleich davor, mit allzu überspitzter Wortwahl verletzend zu wirken. Kubilay sagte: „Wir reden nicht über Zahlen, sondern über Menschen.“
Im Vorfeld der Veranstaltung demonstrierten einige Dutzend Mitglieder vom „Wiesbadener Bündnis gegen Rechts“ gegen die als rassistisch empfundenen Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators. Auch während der Gesprächsrunde wurde aus Protest ein Banner entrollt.
Sarrazin hatte sich in Interviews wiederholt abfällig über Migranten geäußert und Hartz-IV-Empfängern bei Geldknappheit empfohlen, warme Pullover anzuziehen statt zu heizen. Der Kreisverband Berlin-Spandau hatte neben anderen Parteigliederungen daraufhin seinen Parteiausschluss gefordert. Die Entscheidung über einen Ausschluss wird in spätestens drei Wochen erwartet.
@yahel
Früher war es so, dass das Kindergeld bis zum Abschluss der ersten berufsausbildung gezahlt wurde.
beispiel: Das Kind fängt mit 16 eine Ausbildung an, beendet diese mit 19, danach war das Kindergeld finished. Der fertige Azubi erhielt eine seriöse Arbeit und Geld.
Natürlich hätte @M so wie es hier interpretiert wird, ihr/sein Kind wenigstens in ein begrenztes seriöses Praktikum schicken können.
Die "seriöse" Arge sagt sonst nämlich NEiN, wie ich es weiter unten beim beispiel Konditorgesellen beschrieben habe.
@ Mariana Mayer (83)
„Also man hat ihnen das Kindergeld entzogen, weil ihre Tochter nicht in kostenfreie zu leistende Arbeitspraktiken eingestiegen ist und sie haben sich das gefallen lassen weil es bei ihnen wirtschaftlich möglich ist?“
M schreibt, daß er nur unter der Voraussetzung, das kein Praktikumsentgelt gezahlt wird, Kindergeld erhalten hätte.
Dieser Regelung unterliegt jeder Kindergeldempfänger, der für ein über 18 Jahre altes Kind Kindergeld beantragt. Hierzu erhebt die Kindergeldstelle mittels Fragebogen die derzeitigen und voraussichtlichen Einkünfte des Kindes, die dann vom Kindergeld abgezogen werden. Geht es noch in die Schule oder studiert, ist dies nachzuweisen. Diese Abfrage geschieht, solange Kindergeld beantragt werden kann, alle zwei Jahre bis zum vollendeten 25ten Lebensjahr des Kindes. Danach fällt das Kindergeld nach der derzeitigen gesetzlichen Lage ersatzlos weg.
an @M
[81]
Nur unter dieser Voraussetzung hätte ich weiterhin das Kindergeld bekommen.
Also man hat ihnen das Kindergeld entzogen, weil ihre Tochter nicht in kostenfreie zu leistende Arbeitspraktiken eingestiegen ist und sie haben sich das gefallen lassen weil es bei ihnen wirtschaftlich möglich ist?
Was machen diejenigen die diese Wahl nicht haben?
Daher ist es eine Verpflichtung Widerspruch einzulegen und die Angelegenheit zu klären.
Mit anderen Worten die Aussagen von Sarrazin werden bereits in der Praxis umgesetzt!
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