Druck auf Peters soll verstärkt werden
Zwickel lässt nicht locker

Im Machtkampf an der Spitze der IG Metall will Gewerkschaftschef Klaus Zwickel nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen den Täuschungsvorwurf gegen seinen Stellvertreter und designierten Nachfolger Jürgen Peters erneuern.

Reuters BERLIN. Unmittelbar vor einer Sitzung des Geschäftsführenden Gewerkschaftsvorstandes am Montag in Frankfurt erfuhr Reuters aus den Kreisen, dass sowohl Zwickel als auch Peters dem Gremium in eigenen Berichten ihre Sicht der Dinge über den gescheiterten Streiks zur Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland darlegen wollten. Zwickel bleibe in seinem Papier bei dem Vorwurf, der Vorstand der Gewerkschaft sei von den für den Streik Verantwortlichen - also Peters und dem Berliner Bezirksleiter Hassv Düvel - hinsichtlich der Auswirkung des Arbeitskampfes auf Westdeutschland getäuscht worden. Zwickel bleibe bei der Forderung nach personellen Konsequenzen. In Folge der Arbeitsniederlegungen im Osten war es auch in mehreren westdeutschen Automobilfabriken zu Produktionsausfällen gekommen.

Peters räumt den Gewerkschaftskreisen zufolge zwar Fehler ein, weist aber den Hauptvorwurf der Täuschung zurück. Peters verweise darauf, dass von den insgesamt drei Dutzend bestreikten Betrieben nur sehr wenige zu längeren Arbeitsniederlegungen aufgerufen worden seien. In der Umgebung Peters hieß es ergänzend, der umstrittene Funktionär halte an seiner Kandidatur für die Nachfolge Zwickels fest. Das hatte Peters bereits in der „Bild“-Zeitung angekündigt. Peters will sich am Mittag vor Journalisten in Frankfurt äußern. Dem Geschäftsführenden IG-Metall-Vorstand gehören die hauptamtlichen Mitglieder der Gewerkschaftsführung an. Der aus 41 Mitgliedern bestehende gesamte Vorstand wird am Dienstag über inhaltliche und personelle Konsequenzen aus dem gescheiterten Streik zur Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie befassen. Von der Sitzung wird eine Vorentscheidung im Machtkampf erwartet.

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