Druck auf Union wächst
Glos kann sich Liberalen als Nachfolger Raus vorstellen

In der Union mehren sich nun die Stimmen für die Wahl eines FDP-Politikers zum nächsten Bundespräsidenten. Nach der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber ließ auch CSU-Landesgruppenchef Michael Glos erkennen, dass die Union einen Kandidaten aus den Reihen der FDP unterstützen könnte.

HB BERLIN. Glos sagte am Dienstag in Berlin, er könne sich vorstellen, einen Rau-Nachfolger zu wählen, der von der „bürgerlichen Seite“ kommt. Die Präsidenten-Wahl müsse vor allem ein Zeichen gegen Rot-Grün setzen. „Es ist hohe Zeit, über die Bundespräsidenten-Wahl den Menschen zu signalisieren, dass Rot-Grün auf den Müllhaufen der Geschichte gehört“, sagte der CSU-Politiker. Die Union will 2006 zusammen mit den Liberalen die rot-grüne Bundesregierung ablösen.

In der Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, stellt die Union zwar die stärkste Gruppe, ist aber auf die Stimmen der FDP angewiesen. In der Union ist in jüngster Zeit die Befürchtung gewachsen, dass die Liberalen zusammen mit SPD und Grünen die FDP-Politikerin und ehemalige Ausländerbeauftragte Cornelia Schmalz-Jacobsen wählen könnten. Deswegen wird erwogen, zur Not auch FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt zu unterstützen, weil dieser als Verfechter einer christlich-liberalen Koalition gilt. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat bislang offen gelassen, ob die Liberalen einen eigenen Kandidaten für die Wahl am 23. Mai aufstellen werden. Innerhalb der FDP ist der Ruf lauter geworden, einen Kandidaten aus den eigenen Reihen ins Rennen zu schicken.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Volker Kauder (CDU), äußerte die Erwartung, dass sich die Liberalen bei der Bundespräsidentenwahl nicht mit SPD und Grünen zusammentun. Rechnerisch hätten die drei Parteien zwar eine Mehrheit. „Ich glaube und hoffe aber nicht, dass die FDP diesen Weg wählen wird“, sagte Kauder. Er verteidigte gleichzeitig die Entscheidung der Unionsführung, die Kandidatenfrage bis in den März offen zu lassen. „Ich glaube, dass es klug war, so vorzugehen“, sagte er. Er gehe nach wie vor davon aus, dass der gemeinsame Kandidat von FDP und CDU/CSU aus den Reihen der Union komme. „Ich glaube, dass wir überzeugende Gründe darlegen können, dass es einer aus der Union machen soll“, sagte Kauder.

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