DRV
Rentenkasse: Auch für Jüngere „deutlich positive Renditen“

Rentner bekommen auch künftig mehr Geld ausgezahlt, als sie an Beiträgen in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt haben. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ergeben sich auch für die jüngeren Jahrgänge noch "deutlich positive Renditen" von 2,8 bis 3,3 Prozent.

HB BERLIN. Gemessen an der Rendite - Gradmesser, ob sich die Beitragszahlungen am Ende gelohnt haben - zeige sich eine weitgehende Gleichbehandlung der heute 30- bis 50- jährigen Beitragszahler, teilte die DRV am Montag in Berlin mit. Nach DRV-Angaben ergeben sich "deutlich positive" Renditen sowohl für die Rentenzugänge der Jahre 2008 und 2010 als auch für 2020, 2030 sowie 2040.

Ein lediger Mann, der 2008 mit 65 Jahren in Rente geht, 45 Jahre lang von einem Durchschnittseinkommen Beiträge gezahlt hat und laut aktueller Statistik noch knapp 17 Jahre zu leben hat, kommt auf eine Rendite von 3,5 Prozent. Eine gleichaltrige Frau kann wegen ihrer längeren Lebenserwartung mit 4,1 Prozent rechnen. Auf diesen Wert kommen auch verheiratete Männer. Für die Rentenzugänge der Jahre 2020, 2030 und 2040 ergeben sich laut DRV jeweils fast identische Renditen für ledige Männer (2,8) und für Frauen und verheiratete Männer (3,3).

Das zur Deutschen Bank gehörende Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) verwies allerdings darauf, dass das Risiko für Rendite-Einbußen bei der gesetzlichen Rentenversicherung in den vergangenen 30 Jahren höher gewesen sei als am Kapitalmarkt. Seit 1970 hätten sich für "Standardrentner" aller Jahrgänge die Renditeerwartungen deutlich verschlechtert, heißt es in einer DIA- Studie, mit der für zusätzliche private Vorsorge geworben wird.

Kritiker warfen dem DIA wiederholt "Alarmismus" vor. Auch bei Kapitallebensversicherungen gebe es erhebliche Risiken mit drohenden Verlusten, hieß es bei der Stiftung Warentest.

Die Rendite hängt von Jahrgang und Rentenjahren ab. Sie fällt geringer aus, je jünger der Jahrgang ist. Andernfalls steigt die Rendite, weil die Lebenserwartung höher ist. Immer wieder gibt es Berichte, wonach junge Menschen künftig weit mehr in das Rentensystem einzahlen müssten als sie je wieder herausbekommen und es Versorgungslücken gebe.

Dem halten gesetzliche Versicherer entgegen, dass die Rendite mit etwa drei Prozent positiv bleibe, auch wenn das Rentenalter bis 2029 von 65 auf 67 Jahre angehoben werde. Auch die "Stiftung Warentest" hatte erst im Juli ermittelt, dass die Rendite immer positiv bleibe.

Klar ist aber auch, dass das Bruttorentenniveau für die Jüngeren bis zum Jahr 2030 deutlich sinken wird: Ein Rentner, der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient und Beiträge bezahlt hat, bekommt laut Stiftung Warentest als Rente vor Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen noch knapp 40 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohn. Derzeit sind es 48 Prozent. Die Bundesregierung will verhindern, dass es 2030 weniger als 43 Prozent werden.

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