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Dubiose Iran-Connection: Aufgetauchter Möllemann-Brief wirft Fragen auf

Zehn Jahre nach dem überraschenden Tod von Jürgen Möllemann ist ein bisher unbekannter Brief des einstigen FDP-Spitzenpolitikers aufgetaucht. Es geht darin um persönliche Befindlichkeiten - und um Geschäfte im Iran.

Der frühere FDP-Politiker Jürgen Möllemann (Archivbild aus dem Jahr 2002). Quelle: dpa
Der frühere FDP-Politiker Jürgen Möllemann (Archivbild aus dem Jahr 2002). Quelle: dpa

BerlinSchon die Todesumstände von Jürgen Möllemann hatten viele ratlos zurückgelassen. Vor zehn Jahren war der routinierte Fallschirmspringer auf einem Flugplatz in Marl in den Tod gestürzt. Gleichzeitig durchsuchten Staatsanwälte und Steuerfahnder Büros und Wohnräume des FDP-Politikers in mehreren Ländern. Die Beamten suchten nach Beweisen für den Verdacht illegaler Parteienfinanzierung. Möglicherweise ging es um wesentlich brisantere Vorgänge. Darauf deuten zumindest einige Passagen in einem bisher unbekannten Brief Möllemanns hin.

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Adressiert hatte Möllemann das Schreiben an seinen Freund Wolfgang Kubicki. Der hat die letzten schriftlichen Worte Möllemanns jetzt via „Bild“  öffentlich gemacht. In dem Bericht werden nur einzelnen Passagen aus dem Schreiben zitiert. Und Kubicki schildert, wie die Tage vor Möllemanns Tod verliefen und wie ihm der Brief übermittelt wurde. Kubicki zeichnet das Bild eines sehr aufgewühlten Menschen, der offenbar um sein Leben fürchtete.

„Er rief mich in Kiel an und bat mich, so schnell wie möglich nach Hamburg zu kommen“, erinnert sich Kubicki. Beim Treffen im Hotel „Élysée“ habe Möllemann einen sichtlich angeschlagenen Eindruck gemacht. „Er fühlte sich verfolgt und beobachtet. Er dachte, man wolle ihm ans Leder.“

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Worauf sich Möllemanns Verdacht gründete, sagte Kubicki nicht. Fest steht, der Liberale stand damals unter erheblichem Druck. Der einstige Vizekanzler der Bundesrepublik fiel bei seiner Partei in Ungnade, weil er im Bundestagswahlkampf einen antisemitischen Flyer verteilen ließ. Es folgte der Ausschluss aus der Fraktion. Die Steuerfahndung bereitete eine Hausdurchsuchung wegen eines Kontos von Möllemann in Lichtenstein vor, auf dem mehr als vier Millionen Euro aus Provisionsgeschäften lagen. Am Tag, als die Steuerfahnder vor seinem Haus auftauchten, stürzte sich der Fallschirmspringer in den Tod.

Laut „Bild“ übergab Möllemann seinem Freund Kubicki im April 2003 den besagten Brief mit dem Hinweis, ihn erst nach seinem Tod zu öffnen. Merkwürdig mutet an, dass das im April übergebene Schreiben auf den 17. Mai 2003 vordatiert war. 19 Tage später, am 5. Juni, war Möllemann tot.

  • 05.06.2013, 14:25 Uhr129kona95

    Ausgerechnet Jetzt? – Na ja, wenn's Stimmen bringt…

  • 05.06.2013, 14:42 UhrHannelore

    Was ist denn hier passiert? Eben waren es noch über 60 Kommentare?????

  • 05.06.2013, 15:25 UhrDschukila

    Die Kommentare hier werden zensiert! Warum werden Kommentare massiv gelöscht?

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