Durchsuchungen in Duisburg und Dortmund
Razzia gegen islamistische Prediger in NRW

Großeinsatz am Morgen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen: Die Polizei führt Durchsuchungen in der islamistischen Szene durch. Unter anderem steht der Inhaber eines Reisebüros in Duisburg unter Verdacht.

Düsseldorf/EssenNach der Festnahme eines unter Terrorverdacht stehenden Syrers in Rheinland-Pfalz ist am Mittwoch in Dinslaken ein weiterer Mann in einem Flüchtlingsheim im nordrhein-westfälischen Dinslaken festgenommen worden. „Ich kann die Festnahme bestätigen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwalt Duisburg auf AFP-Anfrage. Die Festnahme stehe im Zusammenhang mit dem Fall des zuvor im rheinland-pfälzischen Mutterstadt festgenommenen 24-jährigen Syrers. Einzelheiten nannte der Sprecher nicht.

Nach Informationen der „Rheinischen Post“ wurde der Mann am Mittwoch in demselben Dinslakener Flüchtlingsheim festgenommen, in dem auch der in Rheinland-Pfalz festgenommene 24-Jährige gemeldet ist. Dieser Terrorverdächtige war bereits am Freitag von einem Spezialeinsatzkommando in Mutterstadt festgenommen worden. Er soll laut „RP“ ebenfalls in Dinslaken gewohnt haben.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatte am Mittwoch Durchsuchungen bei drei mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vorgenommen. Die Razzien erfolgten auf Veranlassung des Generalbundesanwalts. Die drei Beschuldigten seien verdächtig, seit Januar 2015 und Juli 2015 um Mitglieder und Unterstützer für den IS geworben zu haben, teilte ein Sprecherin der Behörde in Karlsruhe der Deutschen Presse-Agentur mit. Einer der mutmaßlichen Islamisten soll darüber hinaus die Terrororganisation finanziell und logistisch unterstützt haben.

Razzien habe es in den frühen Morgenstunden in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Tönisvorst gegeben, sagte Innenminister Ralf Jäger am Mittwoch in Düsseldorf. Hintergrund sei ein Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft gegen drei mutmaßliche Unterstützer der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS). Die Personen stünden im Verdacht, „Hass zu streuen“ und junge Menschen zu animieren, nach Syrien zu reisen. Festnahmen habe es nicht gegeben.

Grundlage für die Durchsuchungen sei ein Beschluss des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof. Festnahmen habe es keine gegeben, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Die zuständigen Polizeibehörden bestätigten Durchsuchungen in Dortmund, Duisburg und Hildesheim. Augenzeugen beobachteten Polizeieinheiten unter anderem vor einem Reisebüro mit türkischem Namen in Duisburg. Das Internetportal „DerWesten“ berichtete, der Inhaber des Reisebüros stehe im Verdacht, Kontakt zu zwei Jugendlichen gehabt zu haben, die einen Anschlag auf ein Gebetshaus der Sikh-Religionsgemeinschaft in Essen verübt haben sollen. Er habe dies aber bestritten.

Am vergangenen Freitag war in Mutterstadt in Rheinland-Pfalz ein 24-jähriger Asylbewerber unter dem Verdacht festgenommen worden, ein Islamist zu sein. Der Hinweis auf den Verdächtigen sei aus Nordrhein-Westfalen gekommen, hieß es.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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