E-Books
Regierung will Preisbindung auch für E-Books

Künftig sollen auch E-Books per Gesetz der Preisbindung unterliegen. So will es die Große Koalition. Eine Preiserhöhung für elektronische Buchausgaben werde es aber nicht geben. Das gefällt nicht allen.
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BerlinDie Bundesregierung will die Preisbindung für Bücher in einem Gesetz ausdrücklich auch für elektronische Ausgaben festschreiben. Das Bundeswirtschaftsministerium verschickte nach eigenen Angaben vom Donnerstag einen entsprechenden Änderungsentwurf für das Buchpreisbindungsgesetz an die Länder und zuständigen Verbände.

Darin werde klargestellt, „dass auch elektronische Bücher unter die Preisbindung fallen“, erklärte das Ministerium. Eine Erhöhung des Preisniveaus für die E-Books werde es dadurch aber nicht geben. Das Gesetz regle, dass die Preisbindung für alle Buchverkäufe an Verbraucher in Deutschland gelte.

„Unser Gesetzentwurf ist ein Signal an die gesamte Buchbranche, dass wir uns für die Interessen der Leserinnen und Leser einsetzen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Damit werde ein Beitrag zum Erhalt der Vielfalt der Buchtitel und der Buchhandlungen geleistet. Mit der geplanten Gesetzesänderung reagiert die Bundesregierung auf den steigenden Anteil der über das Internet verkaufen Bücher sowie den Vormarsch von elektronischen Büchern am Markt. Mit dem Entwurf wird zudem ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt.

Während der traditionelle Buchhandel seit langem schon eine Verwässerung der Buchpreisbindung fürchtet, stehen weite Teile des Online-Buchhandels diesem Instrument kritisch gegenüber.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " E-Books: Regierung will Preisbindung auch für E-Books"

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  • Die Buchpreisbindung ist heute tatsächlich nicht mehr zeitgemäß, die digitale Verbreitung ist kaum noch mit Kosten verbunden und bietet daher auch speziellen Nischenprodukten eine gute Möglichkeit zur Marktplatzierung. Das Fatale an der Sache ist nun aber, dass damit tatsächlich die Preise für die Konsumenten in die Höhe getrieben werden.

  • Zitat: "„Unser Gesetzentwurf ist ein Signal an die gesamte Buchbranche, dass wir uns für die Interessen der Leserinnen und Leser einsetzen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel."

    Was faselt der Wirtschaftminister ohne Ahnung von Wirtschaft jetzt schon wieder? Staatlich geschützte Monopole sind nie im Interesse des Konsumenten. Hier geht es darum, die Verlage zu schützen und die Umwelt zu schädigen. Anstatt möglichst viele Bücher elektronisch zu vertreiben, sollen weiterhin möglichst viele Bäume abgeholzt werden, mit Tinte bedruckt werden und auf klassischem Wege durch die Lande kutschiert werden. Auch sollen die Verlage weiterhin die Macht haben, zu entscheiden, was überhaupt veröffentlicht wird.
    Als ob es weniger Vielfahlt an Literatur in Ländern ohne Buchpreisbindung gäbe. So langsam zweifele ich an dem Verstand dieser Witzfigur. Unglaublich, dass ich so einen Typen über meine Steuern auch noch bezahlen muss.
    Dieser Gabriel sollte sich mal fragen, warum Medikamente in Deutschland extrem teuer sind, ja warum wir überhaupt das teuerste aber bei weitem nicht beste Gesundheitssystem der Welt haben. Um weitere Beispiele staatlich geschützter Branchen aufzuzeigen, reicht hier der Platz nicht.
    Kaum haben wir keine einzige liberale oder konservative Partei mehr im Bundestag, geht es immer schneller Richtung DDR 2.0. Es wird Zeit für den Steuerstreik.

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