E10
Grüne fordern Alternativen zu neuem Biosprit

Kritik an den Ergebnissen des „Benzingipfels“ setzt die Regierung darauf, dass nun endlich Ruhe einkehrt an der Biosprit-Front. Doch diese Rechnung könnte nicht aufgehen.
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Düsseldorf/BerlinDie Grünen bezweifeln die positive Wirkung des neuen Biosprits E10 für die Umwelt und fordern, Alternativen für eine bessere Umweltbilanz zu prüfen. Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, zeigte im Gespräch mit Handelsblatt Online Sympathie für eine Idee des Club of Rome-Mitglieds Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Der frühere Bundestagsabgeordnete und Chef des "Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie" hatte in einem Gastkommentar für das Handelsblatt angeregt, die Energiepreise jedes Jahr gerade so viel zu erhöhen, wie im Vorjahr die Effizienz zugenommen habe: "Dann zahlen Verbraucher im Durchschnitt nicht mehr als im Vorjahr." Es steigere aber die Effizienz der Ressourcennutzung.

Höhn sagte dazu: „Theoretisch macht der Vorschlag Sinn, praktisch muss man in den einzelnen Bereichen aber differenziert schauen.“ So könne im Gebäudebereich die Kaltmiete im Einzelfall schon steigen, wenn die Nebenkosten durch Investitionen in energiesparende Techniken gesenkt würden. „Im Verkehr werden wir durch das knapper werdende Öl ohnehin eine deutliche Verteuerung in den nächsten Jahren erleben“, prophezeit die Grünen-Politikerin und fügte hinzu: „Hier muss man mit deutlichen Effizienzvorschriften, also mit Ordnungsrecht, reagieren.“

Trotz des Schulterschlusses beim „Benzingipfel“ werfen auch Verbraucherschützer und Wirtschaft der Regierung ein schlechtes Krisenmanagement vor und geben E10 keine Zukunft. Der Chef der Verbraucherzentrale-Bundesverband, Gerd Billen, sprach von einer „Missachtung der Verbraucher“. „E10 löst unsere Probleme nicht“, kritisierte Grünen-Chef Cem Özdemir am Mittwoch im ZDF.

Besonders Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) erntete Kritik. „Es war ein massiver Fehler, dass der Umweltminister den E10-Verkauf nicht gestoppt hat“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel dem „Tagesspiegel“.

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  • Die vielen Meinungen auf einen Punkt gebracht. Ab sofort Tempo 120 auf allen Autobahnen mit einem generellen Lkw-Überholverbot auf zweispurigen Streckenabschnitten. Pkw- und Lkw-Maut auf allen Straßen und Autobahnen. Dafür Abschaffung der Kfz-Steuern. Wenn man für jeden Kilometer zahlen muss, überlegen viele ob sie diese Kilometer wirklich fahren müssen. Pendler fahren mit Bussen in die Ballungszentren nach dem Vorbild von BMW oder gründen effizientere Fahrgemeinschaften. Meetings und Seminare per Videokonferenzen. Mehr Internetarbeitsplätze von zu hause aus. Wo ist das Problem? Jetzt höre ich schon den Aufschrei. Freie Fahrt für freie Bürger. Und wer schreit? Automobilverbände, Automobilhersteller und die Mineralölindustrie angeblich im Namen aller Bürger.

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