Edathy-Affäre

CSU-Vorstandsmitglied fordert Rücktritt von Oppermann

In Berlin schildert Sebastian Edathy seine Sicht auf die Kinderpornografie-Affäre und belastet den heutigen SPD-Fraktionschef Oppermann schwer. Prompt bringt ein CSU-Vorstandsmitglied dessen Rücktritt ins Spiel.
Update: 18.12.2014 - 18:05 Uhr 14 Kommentare
Von Edathy schwer belastet: Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann. Quelle: dpa

Von Edathy schwer belastet: Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann.

(Foto: dpa)

BerlinNach den vom früheren SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy erhobenen Vorwürfen gegen SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann fordert ein erstes CSU-Vorstandsmitglied Konsequenzen. „Wenn das stimmt, was Edathy heute und in den letzten Tagen gesagt hat, dann haben wir es hier mit einem riesigen SPD-Sumpf zu tun. Dann wurden Parteiinteressen über die Strafverfolgung gestellt. Das wäre ein ungeheuerlicher Vorgang“, sagte der Münchner Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Jungen Union Bayern, Hans Reichhart, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Wenn Oppermann noch einen Funken Ehre hat, dann wartet er nicht, bis ihn jemand zum Rücktritt zwingt, sondern zieht die Konsequenzen selbst.“

Edathy war zuvor erstmals als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags aufgetreten. Er erschien mit seinem Anwalt vor dem Gremium, das klären soll, ob er von Parteikollegen über Ermittlungen wegen des Verdachts auf den Besitz von kinderpornografischem Material informiert wurde.

Zu Beginn der Sitzung legte Edathy den Mitgliedern eine eidesstattliche Erklärung und eine zwölfseitige Abschrift seines SMS-Verkehrs mit seinem Parteikollegen Michael Hartmann vor. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen, um den Abgeordneten Zeit zu geben, die Dokumente zu lesen. Edathy hatte bereits am Vormittag in der Bundespressekonferenz seine Behauptungen bekräftigt, dass Hartmann ihn regelmäßig über den Stand der Ermittlungen informiert habe.

Demnach will Edathy von Hartmann erfahren haben, dass Oppermann bereits zum Zeitpunkt des Leipziger SPD-Parteitags Mitte November 2013 von Hartmann selbst darüber informiert worden sei, dass das Bundeskriminalamt (BKA) Erkenntnisse darüber habe, dass er, Edathy, auf der Kundenliste einer kanadischen Firma stand, gegen die wegen des Verdachts des Vertriebs kinderpornografischer Filme und Bilder ermittelt wurde.

Über die Informationen, die Hartmann von BKA-Chef Jörg Ziercke bekommen haben soll, sollen zu diesem Zeitpunkt auch der heutige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Parteichef Sigmar Gabriel sowie Christine Lambrecht (alle SPD), die heutige Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion „im Bilde gewesen“ sein.

Oppermann selbst weist die von Edathy geschilderte Darstellung zurück. „Ich habe mein Wissen über den Fall Edathy keinem meiner Mitarbeiter anvertraut“, sagte Oppermann am Donnerstag in Berlin. Aus der SPD-Fraktion hieß es mit Blick auf die Pressekonferenz, Edathys Auftritt sei „unglaubwürdig“ gewesen.

Oppermann soll gelogen haben
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14 Kommentare zu "Edathy-Affäre: CSU-Vorstandsmitglied fordert Rücktritt von Oppermann"

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  • Oppermanns Rücktritt gefordert
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    ■ Friedrich (CSU) informierte Gabriel
    ■ Gabriel informierte Steinmeier und Oppermann
    ■ Oppermann informierte sich bei Ziercke (SPD) über den Stand der Dinge.
    ■ Oppermann brachte durch die Veröffentlichung eines Briefes Friedrich zu Fall.

  • Egal was der Parasit muss wg und zwar schnell.....

  • Egal wie Hauptsache ist,das dieser Parasit weg kommt und die politische Buehne verlaesst. Moeglichst schnell

  • “ Edathy betont, er habe „Schaden abzuwenden wollen vom Parlament und auch von meiner Fraktion“.

    Und wer wendet den Schaden für die BRD-Bürger/innen und den Rest Welt ab, weil ihr "sauberen" Politiker/innen mit eurer Parteien-Diktatur, Sponsoring,... im Bundestag und Landtagen sitzt?
    Unfähigkeit, Charakter gegen Null - oder nicht vorhanden, aus der BRD den größten Puff der EU gemacht.
    Menschen-, Kinder-.... Rechte werden verstümmelt, gebrochen, gebeugt, ..Grundgesetz, UN-Charta, EU-... - eine Farce.
    Rücktritt von Oppermann?
    Nein Rücktritt aller Politiker/innen im Bundestag und Landtagen.
    Eignungs- und Charakter-Test vor Kandidatur in ein Volksparlament !!! und !!! mit Bürger-Rechten wie in der Schweiz.
    D.h. echte Volks-Abstimmungen.
    Abschaffung der Parteien-Diktatur und angeblichen Parteien-Demokratie.
    Parteien-Demokratie - -...mehr eine Mafia.

    Alle in einen Sack und draufhauen. Man trifft immer die Richtigen.

  • Scheiben Sie nicht den vollen Namen, sonst sind Sie ein Rassist.

  • @ kreischer:

    Richtig. Man erkennt eben den Staatsanwalt, der er einst war.

  • Oppermann ist ein dauergrinsender Heuchler. Er schwimmt wie das Auge auf der Fettsuppe. Am überfüllten Polit Fresstrog immer ganz vorne mit dabei. Arbeit ist für den Grinser ein Fremdwort!

  • Den Eindruck muss man haben.

    Dort wäre er einer unter vielen und hätte Aussichten sich auf EU-Ebene mit Herrn Bendit auszutauschen.

  • "Oppermann selbst weist die von Edathy geschilderte Darstellung zurück. „Ich habe mein Wissen über den Fall Edathy keinem meiner Mitarbeiter anvertraut“, sagte Oppermann am Donnerstag in Berlin."

    Wenn diese Angabe so stimmt, dann ist für jeden, der richtig lesen kann, klar, dass Oppermann geplaudert hat.

    Er bestreitet lediglich, dass er gegenüber seinen Mitarbeitern geplaudert hat, aber nicht gegenüber den anderen Personen, die in den Medien erwähnt werden.

    Herr Oppermann, das wär's dann gewesen. Und Tschüss!

    Frohes Fest, einen guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr.

    Oder wollen sie etwa so kleben bleiben wie Herr Wulff?

  • Wäre Edathy doch nur zu den Grünen gewechselt.

    Dort wäre mit seiner Geschichte längst Parteivorsitzender angesichts deren reichhaltiger Erfahrung un den nachhaltigen Bemühungen um die Freigabe von Kindersex und Päderastentum.

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