Edathy-Affäre
CSU-Vorstandsmitglied fordert Rücktritt von Oppermann

In Berlin schildert Sebastian Edathy seine Sicht auf die Kinderpornografie-Affäre und belastet den heutigen SPD-Fraktionschef Oppermann schwer. Prompt bringt ein CSU-Vorstandsmitglied dessen Rücktritt ins Spiel.
  • 14

BerlinNach den vom früheren SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy erhobenen Vorwürfen gegen SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann fordert ein erstes CSU-Vorstandsmitglied Konsequenzen. „Wenn das stimmt, was Edathy heute und in den letzten Tagen gesagt hat, dann haben wir es hier mit einem riesigen SPD-Sumpf zu tun. Dann wurden Parteiinteressen über die Strafverfolgung gestellt. Das wäre ein ungeheuerlicher Vorgang“, sagte der Münchner Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Jungen Union Bayern, Hans Reichhart, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Wenn Oppermann noch einen Funken Ehre hat, dann wartet er nicht, bis ihn jemand zum Rücktritt zwingt, sondern zieht die Konsequenzen selbst.“

Edathy war zuvor erstmals als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags aufgetreten. Er erschien mit seinem Anwalt vor dem Gremium, das klären soll, ob er von Parteikollegen über Ermittlungen wegen des Verdachts auf den Besitz von kinderpornografischem Material informiert wurde.

Zu Beginn der Sitzung legte Edathy den Mitgliedern eine eidesstattliche Erklärung und eine zwölfseitige Abschrift seines SMS-Verkehrs mit seinem Parteikollegen Michael Hartmann vor. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen, um den Abgeordneten Zeit zu geben, die Dokumente zu lesen. Edathy hatte bereits am Vormittag in der Bundespressekonferenz seine Behauptungen bekräftigt, dass Hartmann ihn regelmäßig über den Stand der Ermittlungen informiert habe.

Demnach will Edathy von Hartmann erfahren haben, dass Oppermann bereits zum Zeitpunkt des Leipziger SPD-Parteitags Mitte November 2013 von Hartmann selbst darüber informiert worden sei, dass das Bundeskriminalamt (BKA) Erkenntnisse darüber habe, dass er, Edathy, auf der Kundenliste einer kanadischen Firma stand, gegen die wegen des Verdachts des Vertriebs kinderpornografischer Filme und Bilder ermittelt wurde.

Über die Informationen, die Hartmann von BKA-Chef Jörg Ziercke bekommen haben soll, sollen zu diesem Zeitpunkt auch der heutige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Parteichef Sigmar Gabriel sowie Christine Lambrecht (alle SPD), die heutige Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion „im Bilde gewesen“ sein.

Oppermann selbst weist die von Edathy geschilderte Darstellung zurück. „Ich habe mein Wissen über den Fall Edathy keinem meiner Mitarbeiter anvertraut“, sagte Oppermann am Donnerstag in Berlin. Aus der SPD-Fraktion hieß es mit Blick auf die Pressekonferenz, Edathys Auftritt sei „unglaubwürdig“ gewesen.

Seite 1:

CSU-Vorstandsmitglied fordert Rücktritt von Oppermann

Seite 2:

Oppermann soll gelogen haben

Seite 3:

Kein Informationen von der SPD-Spitze an Edathy

Kommentare zu " Edathy-Affäre: CSU-Vorstandsmitglied fordert Rücktritt von Oppermann"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Oppermanns Rücktritt gefordert
    ------------
    ■ Friedrich (CSU) informierte Gabriel
    ■ Gabriel informierte Steinmeier und Oppermann
    ■ Oppermann informierte sich bei Ziercke (SPD) über den Stand der Dinge.
    ■ Oppermann brachte durch die Veröffentlichung eines Briefes Friedrich zu Fall.

  • Egal was der Parasit muss wg und zwar schnell.....

  • Egal wie Hauptsache ist,das dieser Parasit weg kommt und die politische Buehne verlaesst. Moeglichst schnell

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%