Edathy-Auftritt

„Ich habe einen hohen Preis gezahlt“

Sebastian Edathy schildert seine Sicht auf die Kinderporno-Affäre, die die SPD durchrüttelt. Schwere Vorwürfe erhebt er gegen SPD-Kollegen Hartmann und Ex-BKA-Chef Ziercke. Doch es steht Aussage gegen Aussage.
Update: 18.12.2014 - 16:49 Uhr 12 Kommentare

Edathy: „Sicherlich habe ich Fehler gemacht“

BerlinDer frühere SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy war nach eigener Darstellung ständig über die Kinderpornografie-Ermittlungen gegen sich informiert. Sein Parteifreund Michael Hartmann sei persönlich vom damaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke mehrfach über den Stand der Ermittlungen unterrichtet worden, sagte Edathy am Donnerstag bei seiner mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in Berlin. Hartmann habe ihn dann mit Informationen versorgt: „Ich bin laufend unterrichtet worden, wo die Akte sich befindet.“ Hartmann und Ziercke haben ähnliche Anschuldigungen Edathys vom Wochenende bereits zurückgewiesen.

Unter Berufung auf Angaben Hartmanns schilderte Edathy, dass Ziercke Schaden von der SPD – die vor Jahren bereits einen Kinderporno-Fall in ihren Reihen hatte – habe abwenden wollen. Ziercke habe gewollt, dass er (Edathy) im Bilde sei. Das sei durchaus bemerkenswert gewesen, weil Edathy als Chef des NSU-Untersuchungsausschusses sich mit Ziercke einige Gefechte geliefert hatte. Edathy sagte aber selbst, das seien nur Indizien. Ob diese ein überzeugendes Bild ergeben würden, müsse der Ausschuss klären. Er habe keine Belege gegen Ziercke in der Hand.

Der 45-jährige Edathy entschuldigte sich allgemein dafür, dass er viele Menschen enttäuscht habe, sieht sich rechtlich aber als unschuldig: „Ich habe sicher Fehler gemacht, aber es war legal“, sagte Edathy, der sich betont selbstbewusst gab. „Ob ich pädophil bin oder nicht – es geht Sie nichts an, was ich bin.“

Edathy muss sich ab Februar vor Gericht aber nicht wegen des bestellten Materials aus Kanada, sondern wegen des Herunterladens von Bildern und Filmen nackter Kinder eines russischen Anbieters verantworten. „Ich habe einen hohen Preis gezahlt für das, was ich gemacht habe“, meinte Edathy.

Edathy betonte, er wolle zur Aufklärung beitragen und nicht Rache an der SPD üben. Er wolle niemanden schaden und habe keinen Grund zu lügen. Er kündigte noch für Donnerstag die Veröffentlichung einer Eidesstattlichen Versicherung an, mit der er seine Angaben für den Untersuchungsausschuss des Bundestages untermauern wolle. Er werde seine „komplette elektronische Korrespondenz“ zur Verfügung stellen.

Das Landgericht Verden hat unterdessen der Darstellung von Edathy widersprochen, der zuständige Richter habe die Einstellung des Verfahrens gegen den früheren SPD-Abgeordneten gegen Zahlung einer Geldauflage angeboten. Der Antrag stamme von Edathys Verteidigern, sagte Gerichtssprecherin Katharina Krützfeldt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Gericht habe den Antrag an die Staatsanwaltschaft Hannover weitergegeben. Wenn die Antwort vorliege, werde die Kammer darüber entscheiden, sagte Krützfeldt. Das könne mehrere Tage dauern.

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12 Kommentare zu "Edathy-Auftritt: „Ich habe einen hohen Preis gezahlt“"

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  • So sehr ich Ihnen auch Recht gebe - "schwul" ist nicht das selbe, wie "pädophil" und nicht mit "koksen" vergleichbar.
    Nichts für ungut...

  • Ein typischer Fall für die Sauna.

  • "...Wäre mal interessant zu erfahren..."
    Nein, ich glaube nicht dass Sie das wissen wollen ...

    "...Außerdem zeigt Edathy deutlich, dass diese ganzen Typen gar nicht so viel zu tun haben..."
    Stimmt nicht. Der heutige Politiker pendelt zwischen Sonnenstudio, TV-Talkshows und Lobbyistenparties. Zeit für Arbeit bleibt da gar nicht mehr.

  • „Ich habe einen hohen Preis gezahlt"

    Vielleicht für die Kinderpornographie, das war es aber auch schon.

    Wenigstens kann er sich jetzt ein trautes Plätzlein an der Sonne errichten und sich dort mit ein paar Knaben vergnügen.

    Brav durch die Deutschen finanziert.

    Jedes Mal wenn ich zu gestresst von der Arbeit bin, dann erinnere ich mich einfach an die sinnvolle Verwendung meines Steuergeldes. Dann geht’s mir wieder gut.

    Einen schönen Tag!

  • "... Ist doch komisch, dass ausgerechnet bei dem herauskommt, welche Wi***vorlagen er bevorzugt...."

    Wer glaubt an einen Zufall, das ausgerechnet Edathy für den Untersuchungsausschuss ausgewählt wurde? Ich nicht. Kann mir keiner erzählen, das Edathy diese Krankheit nicht schon lange vorher hatte.

  • Außerdem zeigt Edathy deutlich, dass diese ganzen Typen gar nicht so viel zu tun haben, wie sie uns immer weismachen wollen, wenn sie Zeit haben, sich solche Schweiereien während der Arbeitszeit auf ihren Rechner zu laden.
    Wie viele da im Bundesgtag sind noch schwul oder koksen?
    Wäre mal interessant zu erfahren

  • Ulrich Bernhard.
    Stimme Ihnen absolut zu.
    Anstand können Sie von dieser Bande die da heute im Budestag ist, nicht mehr erwarten
    "Helmut Schmidt war der letze mit Anstan" so Prof. Hennis unser großer alter Politikwissenschaftler

  • Ihre Meinung kann ich nicht ganz teilen. Herr E. ist halt ein bisschen verwerflich handelndes Ar***l*ch, allerdings im gesetzlich erlaubten Rahmen, aber auch ein bisschen jemand, der gewissen, selbstherrlichen Leuten im NSU-Untersuchungsausschuß ganz schön auf die Füße getreten hat. Ist doch komisch, dass ausgerechnet bei dem herauskommt, welche Wi***vorlagen er bevorzugt.

    Glauben Sie an einen Zufall? .....im Ernst, das soll ZUFALL gewesen sein???

  • „Ich habe einen hohen Preis gezahlt“
    „Ob ich pädophil bin oder nicht - es geht Sie nichts an, was ich bin.“. Hier allerdings Irrt dieser pädophile gewaltig, wenn er sein Gehalt vom Steuerzahler erhält hat dieser das Recht zu wissen welche sexuelle Orientierung er zuneigt.

    Aus welchem Grund hat er sich diese Schweinereien auf seinen Bundestags PC- heruntergeladen?

    Für mich steht eines fest, dieser Herr gehört schon lange in den Knast, und zwar zu den ganz harten Jungs.

  • ...wundert es noch jemanden, dass

    - die Wahlbeteiligungen irgendwo zwischen 40 % und 60 % herumdümpeln?

    - in Dresden immer mehr Leute montags spazierengehen, und die, die vor "überfremdung" warnen wollen, inzwischen womöglich schon eine Minderheit darstellen?

    Ich behaupte: Die Bevölkerung ist keineswegs politikverdrossen, sondern, wie ein bekannter Kabarettist sich ausgedrückt hat, POLITIKERVERDROSSEN!

    Wie Herr Müller schon richtig gesagt hat, nicht alles, was gesetzlich nicht verboten ist, ist moralisch akzeptiert!

    Ich persönlich bin es Leid, ständig belogen oder mit Halbwahrheiten bombardiert zu werden! Aber was kann man von einem solchen "Führungspersonal" überhaupt anderes erwarten?

    Herr Edathy ist mir egal. Erschreckend!!! Aber er hat recht, er hat moralisch verwerflich, aber im Rahmen der Legalität gehandelt. Das kann man von früheren Bundeskanzlern, die ihr "Ehrenwort" folgenlos über Recht und Gesetz stellen konnten, nicht behaupten.

    "Mit mir wird es keine Maut geben" "Keine Mehrwertsteuererhöhung + 1 % Mehrwertsteuererhöhung = 3 % Mehrwertsteuererhöhung" "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen"

    Was erwarten wir von Politikern? Ehrlichkeit? Anstand? Moral? Gewissen? Es scheint, dass diese Eigenschaften Ausschlußkriterien für eine erfolgreiche, politische Karriere sind. Zumindest kenne ich keinen Politiker, dem ich bedenkenlos die vorgenannten Eigenschaften attestieren würde. Und das bedrückt mich.

    Ein moralischer Krüppel wie Herr E. kann mich nicht mehr wirklich erschüttern. Hat jemand von "denen" denn was anderes erwartet?

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