EEG-Reform steht
„Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“

Bund und Länder haben ihren Streit bei der Ökostrom-Förderung beigelegt. Vor allem bei der Windkraft-Förderung machte Wirtschaftsminister Gabriel Zugeständnisse. Doch er weiß auch: Die schwierigsten Themen kommen noch.
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BerlinBundesregierung und Länder haben sich im Grundsatz über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verständigt. „Ich finde, dass wir gute Lösungen gefunden haben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Spitzengespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagabend in Berlin. Eine wesentliche Änderung zu den bisherigen Regierungsplänen ist, dass das sogenannte Repowering von Windkraftanlagen nicht auf vorgesehene Obergrenzen angerechnet werden soll. So wird der Austausch alter durch neue, leistungsstärkere Windräder nicht einberechnet in die geplante Begrenzung von 2500 Megawatt pro Jahr beim Windkraftausbau an Land.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, man sei den Ländern bei der Windförderung entgegengekommen. „Ich bin sehr zufrieden mit den heutigen Beratungen“, sagte Gabriel. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einem „guten Kompromiss“, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) von einem „ganz wichtigen Schritt“.

Stellvertretend für die Nordländer, die vor allem auf Erneuerbare Energie aus Windkraft setzen, jubilierte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD): Fünf von sechs Forderungen seien durchgesetzt worden. „Das ist ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland.“

Albig bezog sich besonders darauf, dass bei der Anrechnung von Windstrom an Land auf von Gabriel vorgesehene Obergrenzen für den Ausbau statt des Bruttoprinzips das Nettoprinzip gelten soll. Der Ersatz bestehender Anlagen durch neue und leistungsstärkere würde demnach nur für die installierte Zusatzleistung berücksichtigt. „Das Repowering kommt oben drauf und das ist gut“, sagte Albig mit Blick auf den geplanten Ausbaudeckel von 2500 Megawatt pro Jahr.

Ausbauziel von 6,5 Megawatt bis zum Jahr 2020

Um windschwächere Standorte im Binnenland nicht zu benachteiligen, soll es ein Referenzertragsmodell geben „zugunsten der Standorte, die nicht ganz so gut sind“, erläuterte Gabriel. Dies war besonders eine Forderung süddeutscher Länder.

Auch bei Wind auf hoher See sollen die Fördersätze weniger stark gesenkt und mehr Anlagen beantragt werden können. Bei Offshore-Windanlagen soll bis zu 1,5 Gigawatt mehr Netzkapazität genehmigt werden, als eigentlich erforderlich.

Dies soll laut Gabriel sicherstellen, dass das Ausbauziel von 6,5 Megawatt bis zum Jahr 2020 tatsächlich erreicht wird, auch wenn einige genehmigte Projekte nicht realisiert werden sollten. Zudem sollen Förderkürzungen abgemildert werden.

Kommentare zu " EEG-Reform steht: „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“"

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  • Die Erfindung eines EEG durch Politiker welche die Wähler wieder einmal zwangsbeglücken wollen ist perfide.

    Soll doch jeder seinen Strom dort kaufen wo er will: die Ökofreaks aus verquirlter Schei* oder unsubventionierten Windmühlen oder extrem teuren Photovoltaikanlagen, wer will auch bei konventionellen Kraftwerken aus Kohle oder Kernkraft. Wobei natürlich Kernkraft so sicher sein soll wie (angeblich) alles andere. Tatsächlich ist jedoch Wasserkraft die Energie welche die meisten Todesopfer fordert, gefolgt von Heißdampfunfällen. Wobei man natürlich Kernkraft durch andere Konzepte -wie Flüssigsalzreaktoren- so sicher machen kann, daß eine Kernschmelze garnicht erst möglich wird UND auch kein lang strahlender Abfall entsteht. Aber bis das die grünen Weltverbesserer begreifen, werden wir -so sie gewählt werden- auch die grünen Phobien ertragen müssen. Mit den unsäglichen finanziellen Nebenwirkungen: extreme Preise für alles was grün diktiert ist und viel zu viel Subventions- & Korruptionswirtschaft.

    Positive Eigenschaften wie Freiheit, Ehrlichkeit usw haben eine andere Farbe wie Grün oder Schwarz oder Rot oder Gelb. Aber das liegt am Wähler der sich seine Kandidaten mal etwas genauer anschauen sollte. Und nicht nur Listen wählen sondern gezielt vernünftige Leute.

  • Im Osten von Texas beträgt der Strompreis 10,63 UScent/kWh.

    Als Endpreis für den privaten Verbraucher nach Steuern. Nebenbei ohne nennenswerten Anteil an Kernkraftwerken, aber auch ohne Subventionen oder gar Ideologie- bzw. Lenkungssteuern.

  • @ Europaeer

    Zitat : Das sind doch sonnige Zukunftsaussichten.

    Träumen und phantasieren war noch niemals verboten !

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