EEG-Umlage
Deutliche Entlastung von Stromkunden bleibt aus

Die gute Nachricht: Die EEG-Umlage, die Haushalte für Strom aus Erneuerbaren Energien abdrücken müssen, sinkt im kommenden Jahr um 0,07 Cent. Die schlechte Nachricht: Sie hätte offenbar noch mehr sinken können.
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BerlinSubventionierter Ökostrom hat die Strompreise zuletzt in die Höhe getrieben. Zum Jahreswechsel wäre es möglich gewesen, Stromkunden deutlich zu entlasten. Doch senken die Übertragungsnetzbetreiber, die für die Berechnung der Umlage zuständig sind, die Umlage offenbar weniger stark als sie es gekonnt hätten. Das belegen Berechnungen aus der Energiebranche, die dem Handelsblatt (Montagausgabe) vorliegen.

Erst am vergangenen Mittwoch hatten die Netzbetreiber bekannt gegeben, die Umlage werde 2015 von derzeit 6,24 Cent je Kilowattstunde auf 6,17 Cent sinken. Den Branchenberechnungen zufolge wäre jedoch auch ein Wert von 5,8 Cent oder gar 5,4 Cent vertretbar gewesen.

Die Gründe für die nur leichte Absenkung der Umlage: Die Netzbetreiber schöpfen die sogenannte Liquiditätsreserve im kommenden Jahr voll aus. Mit der Reserve in Höhe von zehn Prozent der Einnahmen aus der Umlage heute dürfen sie sich für den Fall absichern, dass Einnahmen aus der EEG-Umlage künftig überraschend die Ausgaben nicht decken, weil Solar- und Windanlagen viel mehr Strom abwerfen als erwartet.

Den Branchenberechnungen zufolge gibt es allerdings keinen Anlass, davon auszugehen, dass eine Reserve notwendig würde. Das Konto, auf dem die Netzbetreiber die Umlage sammeln, war Ende September mit 1,4 Milliarden Euro prall gefüllt. Bei einer durchschnittlichen Entwicklung dürfte sich das Konto in den Wintermonaten, in denen wenig teurer Solarstrom produziert wird, mit der üppig bemessenen Umlage bis April auf mehr als fünf Milliarden Euro anschwellen, so die Berechnungen aus der Energiebranche.

„Es gibt keinen Grund, für diese extreme Absicherung“, schimpft ein Energiemanager, „im Gegenteil, es hätte genug Spielraum gegeben, die Verbraucher endlich zu entlasten.“ Die Netzbetreiber weisen die Vorwürfe zurück. Der Kontostand des Verrechnungskontos sei „in vollem Umfang in die Berechnung der EEG-Umlage eingegangen“, sagte ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.

Das Guthaben auf dem EEG-Konto werde 2015 vollständig an die Stromverbraucher ausgezahlt, es gehe nicht in die Berechnung der Liquiditätsreserve ein. Eine Liquiditätsreserve von zehn Prozent sei erforderlich, um vorhandene Risiken aus Prognoseabweichungen abzumildern.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " EEG-Umlage: Deutliche Entlastung von Stromkunden bleibt aus"

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  • Manfred Zimmer
    genau so ist e.
    Aber das ßassiert halt, wenn nur noch Laien in der Politik sind und alte DDR-Kader

  • Wir brauchen nicht zu diskutieren. Das EEG-Gesetz ist ehemalige DDR live.

    Es ist eine zweifache Fehlsteuerung.

    Erstens fehlt jeder Anreiz marktwirtschaftlichem Denken.
    Zweitens ist es unsozial in seiner rechtlichen Ausgestaltung und Anwendung.

    Wie kann es sein, dass Unternehmen vom EEG-Gesetz profitieren und die Privaten immer mehr zulegen müssen?

    Das EEG-Gesetz ist eine Entscheidung von verantwortungslosen Politikern!

  • Entlastung? Ich las, dafür steigen die Leitungsentgelte, damit Frau Merkel weiter die Banker und Ausländer fördern kann.

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