Ehec-Epidemie Sprossen sollen Ehec-Keim tragen

In Niedersachsen gibt es eine heiße Spur in der Ehec-Krise: Sprossen rücken in den Fokus der Bakterien-Detektive. Die Behörden schlossen am Sonntag vorsorglich eine Produktionsfirma.
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Warnung vor Verzehr von Sprossen

Berlin/Hannover/LübeckIn Niedersachsen gibt es Hinweise, dass Sprossen eine Ursache für die Ehec-Epidemie mit bisher 21 Toten sind. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Behördenkreisen. Es sei eine „ziemlich heiße Spur“, sagte ein Experte in Hannover. Ein Gartenbauunternehmen aus dem Landkreis Uelzen ist nach Angaben der niedersächsischen Behörden wohl eine Quelle für die Ehec-Darminfektionen. Der Betrieb bleibe vorerst gesperrt, die Sprossen würden zurückgerufen werden, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU). Definitive Aussagen sollen demnach bis Montagmittag möglich sein. Sprossen waren vor Jahren in Asien Ursache für eine schwere Ehec-Epidemie.

Im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemiem empfiehlt das Landwirtschaftsministerium in Hannover, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten. Quelle: dpa

Im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemiem empfiehlt das Landwirtschaftsministerium in Hannover, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten.

(Foto: dpa)

Kliniken in Norddeutschland arbeiten angesichts der Ehec-Fälle am Rande ihrer Möglichkeiten. Das sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), der das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) am Sonntag besuchte, der „Bild am Sonntag“. In der Krankenversorgung gebe es Engpässe. Fehlende Kapazitäten etwa in den Städten Hamburg und Bremen könnten bisher aber durch umliegende Krankenhäuser ausgeglichen werden.

In Lübeck könnten sich bis zu 17 Patienten in einem Restaurant angesteckt haben. Der Wirt erwartet an diesem Montag noch ausstehende Befunde. Der dpa erklärte Joachim Berger, er habe Stuhlproben seiner Mitarbeiter, die in der Küche arbeiten, testen lassen. Dem ZDF hatte er erklärt, bei Untersuchungen seiner Gaststätte sei nichts gefunden worden. Offizielle Angaben etwa vom zuständigen Robert Koch-Institut gab es zunächst nicht. Nach ZDF-Informationen handelt es sich bei den Erkrankten um eine dänische Reisegruppe, eine Gewerkschaftsgruppe sowie eine Familie.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Schutzkleidung bei seinem Besuch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Quelle: dpa

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Schutzkleidung bei seinem Besuch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

(Foto: dpa)

Von den Gewerkschaftern sei eine Frau gestorben, zwei seien schwer erkrankt. Berger schloss im ZDF nicht aus, dass er eine verseuchte Lieferung Lebensmittel erhalten habe. Seine Ware komme über Zwischenhändler vom Großhandel in Hamburg. Seinem Lieferanten vertraue er. „Er hat uns auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung gegeben.“ In der kommenden Woche wollen sich Bahr und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) mit den
Ministern der Länder beraten, wo inzwischen bei rund 2500 Patienten eine Ehec-Infektion nachgewiesen ist oder vermutet wird.

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10 Kommentare zu "Ehec-Epidemie: Die Seuche lauert in der Sprosse"

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  • Wieso gibt es pro Woche so viele Fälle wie sonst jährlich? Wieso kann die Quelle nicht eindeutig bestimmt werden? Wieso ist EHEC wesentlich schlimmer als alles was vorher so im Umlauf war?

  • Wieso die erst nach mehreren Wochen ans Ziel kommen? Ganz einfach weil diese hochbezahlten Forscher zu wenig Dr. House auf RTL sehen...
    Wie man die Quelle identifiziert hätte in diesem Fall wohl fast jeder Sonderschüler gewusst

  • Korrigiere, 21 Personen

  • Hmm jährlich sterben in Deutschland an der normalen Grippe etwa 200 Personen.
    An Ehec sind es gerademal 17 Personen.

    So lange man also etwas als Epedimie darstellt ist es Futter für das "dumme Volk" in der Bananenrepublik Deutschland. Ein Lückenfüller...

  • Blödsinn

  • Wie kann es sein, dass innerhalb von 3 Wochen trotz Lieferscheinen diverser Restaurants und Kantinen nicht rauszukriegen war, dass gesundheitsbewusste Frauen und Vegetarier Sprossen gegessen hatten, welche mit Keimen verseucht waren, die mit dem Saatgug aus Asien in unser Essen kamen? Das ist der eigentliche Skandal und ein Armutszeugnis für die Gurkenrepublik Deutschland. Wie viele Menschen mussten sterben oder werden gesundheitliche Schäden davontragen, weil die Politik ihr lustiges Ämterwechselkarussel spielt, Kompetenzen bei der Postenbesetzung irrelevant werden, in Instituten der Behördenwahnsinn und die Weltfremdheit grassiert?

  • Na da sind die Spanier aber froh das der Infektionsherd gefunden ist , in Deutschland !
    Nun wird man sicher schnell eine richtige Entschädigungssumme für die Spanischen Bauern finden können , das Schwatzhafte Weib aus dem Norden Deutschlands wird sich sicher daran beteiligen wollen , mit einer bedeutenden summe natürlich !

  • Scheinbar tappt man immer noch im Dunklen und es sieht immer mehr nach einem Anschlag aus, denn es gibt wohl zu viele Pfundstellen, die nichts miteinander zu tun haben.

  • Warum nicht (BGB gilt)? Wenn der Verursacher identifiziert ist.
    Lebt der in China (ggf. Saatgutherkunft) haben sie natürlich ein Problem. Hat allerding auch der Verkäufer hier fahrlässig oder gar vorsätzlich gehandelt, sieht die Sache anders aus. Ich denke mal so sind die rahmenbedingungen.

  • Kann ich als Betroffener ebenfalls Ausfälle einklagen, Schmerzensgeld - Seelischen Schaden etc. Oder ist dies nur als Wirtschaftsuternehmen möglich?

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