Ehemaliger CDU-Chef soll Bundespräsident werden: Union und FDP einigen sich auf Schäuble

Ehemaliger CDU-Chef soll Bundespräsident werden
Union und FDP einigen sich auf Schäuble

Die Parteivorsitzenden der Opposition haben sich laut einem Pressebericht auf Wolfgang Schäuble als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des Staatsoberhaupts verständigt. Details sollen bei einem Gipfeltreffen Mitte kommender Woche geklärt werden.

HB BERLIN. Die Parteivorsitzenden CDU, CSU und FDP wollen laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" (WamS) Wolfgang Schäuble als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten nominieren. Dies meldet das Blatt unter Berufung auf namentlich nicht genannte Informanten in den Parteizentralen von CDU und CSU.

Mitte der Woche wollten sich Angela Merkel, Edmund Stoiber und Guido Westerwelle in Berlin treffen, um Details für die Nominierung Schäubles abzusprechen. Dabei wird es laut WamS auch darum gehen, die Reformvorschläge der Liberalen mit dem «Reformprogramm für Deutschland» abzugleichen, das die Union am 7. März der Öffentlichkeit vorstellen will.

Die vielstimmige Debatte der vergangenen Wochen über einen geeigneten Kandidaten habe Merkels Treffen mit Westerwelle am vergangenen Donnerstag in Hamburg beendet. Bereits am Vortag habe Stoiber die Angelegenheit mit dem FDP-Chef in München besprochen, berichtet die WamS weiter.

Die Union sei bereit, das Profil der FDP als Steuersenkungspartei zu schärfen. CSU-Chef Stoiber hatte ein derartiges Arrangement bereits angedeutet, als er im «Handelsblatt» erklärte: «Wenn der Wechsel im Präsidentenamt gemeinsam mit der FDP gelingt, liegt es doch nahe, diese Personalfrage mit wichtigen inhaltlich-strategischen Fragen zu verbinden.»

Durch eine Einigung auf einen «gemeinsamen Kandidaten» könnten Union und FDP sich «glaubwürdig als Bundesregierung von morgen» präsentieren, sagte Stoiber. Dabei reklamierte er für sich selbst eine führende Rolle: «Beide Parteivorsitzenden (der Union, A.d.R.) werden gebraucht für die große Aufgabe 2006.»

Allerdings dementierte ein FDP-Sprecher umgehend den WamS-Bericht. Er erklärte in Berlin: «Berichte, wonach es eine Festlegung oder Vorfestlegung für das Amt des Bundespräsidenten seitens der FDP gebe, sind falsch. Berichte über angebliche Zusagen des FDP-Vorsitzenden sind ebenso unzutreffend.»

Zuvor hatte Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer ebenfalls in der WamS signalisiert, seine Partei könne möglicherweise einen Unions-Kandidaten unterstützen. «Wir wollen eine Präsidentin oder einen Präsidenten, der für das moderne, weltoffene Deutschland steht. Wenn die Union in der Lage ist, so jemanden zu benennen, kann es dafür auch grüne Stimmen geben», sagte Bütikofer der Zeitung.

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