Ehemaliger Staatssekretär verweigert bislang Auskunft über Fluchthelfer
Pfahls verriet sich durch Telefonat

Fahnder sind dem früheren Staatssekretär Pfahls in Frankreich auf die Spur gekommen, als sie ein Telefonat abhörten. Bei Verhören schweigt Pfahls bislang zu seiner Flucht.

HB BERLIN. Der ehemalige Staatssekretär Holger Pfahls ist in seinem Versteck in Paris aufgespürt worden, nachdem deutsche Fahnder ein Telefongespräch abgehört hatten. Das berichten «Focus» und «Spiegel» am Samstag vorab. Demnach hatte Pfahls im Juni mit einem Freund in Deutschland telefoniert, der von der Polizei überwacht wurde.

Pfahls, der jahrelang mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war, wird Korruption vorgeworfen. Während seiner Tätigkeit im Verteidigungsministerium soll er von dem Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber im Zusammenhang mit einem Panzerexport nach Saudi-Arabien etwa zwei Millionen Euro Schmiergeld angenommen haben.

Einzelheiten über seine Flucht und mögliche Helfer sind bislang nicht bekannt. Dem «Spiegel» zufolge verweigerte Pfahls bei ersten Vernehmungen dazu jegliche Angaben. Er war fünf Jahre lang untergetaucht gewesen.

Bei Pfahls seien 22-seitige Aufzeichnungen gefunden worden, in denen nur verschlüsselte Angaben und keine Klarnamen vorkämen, schreibt «Focus». In Paris habe Pfahls die Tarnnamen «Hansen» oder «Bauer» benutzt, hieß es. Er habe zudem vier Mobiltelefone und mehrere echte Personalausweise mit falschen Namen besessen.

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