Ehrgeiziges Verkehrsprojekt
Bund steht zu Stuttgart 21

Treffender als Lästermaul Harald Schmidt hat noch keiner die politische Gefechtslage zum Milliardenprojekt Stuttgart 21 formuliert. Schmidt, mit einer Videobotschaft an der Unterstützeraktion von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger beteiligt, formuliert seine Sicht gewohnt doppeldeutig: „Mein Slogan: Unterirdisch in die Zukunft.“ Das bringt Oettingers Lage auf den Punkt.

STUTTGART. Wird der unterirdische Bahnhof und die Schnellbahntrasse Stuttgart – Ulm gebaut, hat der Regierungschef sein wichtigstes Vorzeigeprojekt unter Dach und Fach. Scheitert die gigantische Idee nach bald 20 Jahren Planungen endgültig, hat das für Oettingers Prestige unterirdische Folgen.

Am liebsten hätte Oettinger bereits gestern beim Spitzengespräch mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Weichen endgültig für den Bau gestellt. Doch mehr als die fixierten Eckpunkte konnte der Schwabe nicht erhoffen, zu weit waren die Positionen noch auseinander.

Das Projekt Stuttgart 21 hat zwei Teile. Der bisherige Kopfbahnhof soll in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt werden, die den Fernverkehr über ein riesiges Tunnelsystem erschließt. Für die Wirtschaft besonders wichtig wäre die Anbindung von Flughafen und neuer Messe auf den Fildern. Die Stadt im Talkessel bekäme auf den bisherigen Gleisen über 100 Hektar wertvollster Flächen für die Erweiterung der Innenstadt. 2,8 Mrd. Euro sind dafür veranschlagt. Mit 1,6 Mrd. müsste nach dem bisherigen Finanzierungsplan die Deutsche Bahn AG den Löwenanteil zahlen, der Bund 450 Mill., das Land 500 Millionen, den kleineren Rest der Flughafen Stuttgart und die Region. Die Stadt Stuttgart hat der Bahn im Vorgriff auf den Bau bereits Grundstücke für 540 Mill. Euro abgenommen.

Während um die Notwendigkeit des unterirdischen Bahnhofs vor Ort noch immer gestritten wird, steht die Schnellbahntrasse nach Ulm außer Frage. Die Fahrzeit von Stuttgart nach Ulm würde sich damit auf 28 Minuten praktisch halbieren. Allerdings sind die veranschlagten Kosten von 1,5 auf zwei Mrd. Euro gestiegen.

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