Eichel-Pläne
Mehrheit gegen Abschaffung des Feiertags

Das Vorhaben von Bundeskanzler Schröder und Finanzminister Eichel, den Feiertag zur Deutschen Einheit immer auf einen Sonntag fallen zu lassen, stößt bei den Lesern von Handelsblatt.com auf heftige Reaktionen. Die meisten Beiträge sind gegen die Abschaffung des Feiertags.

HB DÜSSELDORF. Um 50 % der Teilnehmer an unserer Umfrage zur Verlegung des Tags der Deutschen Einheit auf einen Sonntag sind dagegen, den freien Tag zu streichen. Nur 30 % der Leser meinen, es sei in Ordnung, den Tag der Deutschen Einheit zu opfern; knapp 20 % sind dafür, einen anderen Feiertag aufzugeben.

Im Leserforum zu dem Thema beklagen sich viele Beiträge, dass mit der Streichung eines Feiertags grundlegende Probleme nur verdeckt werden: „Die Streichung dieses Feiertages alleine wird die deutschen Probleme nicht lösen können. Diese sind vielschichtiger und durch politische Kurzsichtigkeit und mangelnden Mut über viele Jahrzehnte entstanden.“ Der Leser unterstützt dennoch die Abschaffung eines Feiertags als Signal zur Leistungsbereitschaft.

Viele halten es für unwahrscheinlich, dass die Streichung des freien Tags das Wachstum steigert, solange nicht zugleich die Einkommen steigen. Auch die Frage, ob ein freier Tag nicht eine Chance zum Konsum sei und damit wertvoll für Restaurants und die Freizeitindustrie, findet Beachtung.

Unter den Befürwortern der Streichung findet sich oft das Argument, dass die Deutschen generell zu wenig arbeiten und jede Steigerung der Arbeitszeit ihnen nur nützen könne: „Sechs Wochen Urlaub gibt es nirgendwo auf der Welt“ - „Die Feiertagsfraktion ist eine Drückeberger- und Nichtleisterfraktion!“ Den Gegenpol bilden diejenigen, die vorrechnen, dass einige erfolgreiche Industrieländer mehr Feiertage haben als die Deutschen.

Andere Leser sorgen sich um die Verwendung der Mehreinnahmen. „Dieses virtuelle Wachstum von 0,5% wird dann verwendet, um Beamtenheere zu vergrößern und um öffentliche Verschwendung zu steigern“, fasst ein Beitrag die Befürchtungen zusammen.

Der Symbolwert eines nationalen Feiertags ist ebenfalls Gegenstand der Diskussion. „Keine Nation würde einen solchen Schritt in Erwägung ziehen! Oder kann sich hier jemand vorstellen, dass die Amerikaner ihren Unabhängigkeitstag auf einen Sonntag verlegen?“, sagen die patriotisch eingestellten Leser. Andere meinen, „dieser Feiertag ist wirklich unnötig“ oder weisen darauf hin, dass die Mehrheit der Deutschen am 3. Oktober ohnehin nicht der Einheit gedacht haben.

Einige wenige Leser lehnen den Tag der Deutschen Einheit grundsätzlich ab. Andererseits empfehlen viele Beiträge, statt des 3. Oktobers besser den 1. Mai anzutasten - für die SPD wirke es ehrlicher, den Tag der Arbeiterbewegung zu opfern.

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