Eiegenständiges Tarifrecht für Ärzte
Bundesländer vor doppelter Tarifrunde

Die Bundesländer steuern auf eine ungewöhnliche Doppel-Tarifrunde zu: Mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wollen sie vom 12. Oktober an über ein neues eigenständiges Tarifrecht für Ärzte an Universitätskliniken verhandeln. Parallel dazu nehmen sie nun auch wieder Gespräche mit den Gewerkschaften Verdi und DBB Tarifunion auf, um eine große Tarifrechtsreform für den gesamten öffentlichen Dienst auszuhandeln.

dc/

pt BERLIN. Der Geschäftsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Ulrich Konstantin Rieger, bestätigte gestern auf Anfrage entsprechende Mitteilungen der Gewerkschaften.

Die Konstellation kommt zustande, weil der MB seine traditionelle Verhandlungsgemeinschaft mit Verdi Anfang September aufgekündigt hatte. Die Ärztegewerkschaft sah ihre Interessen dort nicht mehr ausreichend vertreten. Sie will für ihre Mitglieder mittelfristig Gehaltszuwächse von 30 Prozent durchsetzen. Verdi und DBB Tarifunion hatten daraufhin ohne ihre vormalige Schwesterorganisation einen Tarifvertrag für die Bediensteten von Bund und Kommunen abgeschlossen. Dieses Tarifwerk, das unter anderem eine Leistungsbezahlung vorsieht, gilt ab 1. Oktober.

Für die 900 000 Länder-Bediensteten ist dagegen noch immer kein Abschluss in Sicht. Die TdL war nach einem Streit um Arbeitszeiten im Januar aus der traditionellen Arbeitgeberformation mit Kommunen und Bund ausgeschert und hatte nicht an der Tarifrunde teilgenommen. Mitte September führte sie dann ein erstes Gespräch mit dem Marburger Bund über ein neues Sondertarifrecht für Ärzte an Unikliniken. Das von Verdi angestrebte neue Tarifrecht für den gesamten öffentlichen Dienst würde ebenfalls für Uni-Ärzte gelten. Dass die TdL nun parallel mit beiden Gewerkschaftsblöcken redet, deutet darauf hin, dass sie sich möglichst viele Optionen offen halten will.

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