Eigener Vorschlag zur Gesundheitsreform
Privatkassen gehen in die Offensive

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) sind in der Debatte über die Reform des Gesundheitswesens mit einem eigenen Vorschlag in die Offensive gegangen. Es ist ein Basistarif im Gespräch, in den freiwillig versicherte Mitglieder der gesetzlichen Kassen bis zu einem Alter von 55 Jahren auch ohne die sonst üblichen Risikozuschläge bei Vorerkrankungen wechseln können.

HB BERLIN. Zudem will der Verband die Grenze zwischen Privat- und Kassenpatienten durchlässiger machen. Die rund 9 Mill. freiwillig bei gesetzlichen Kassen Versicherten sollen in einem Zeitraum von zwölf Monaten ohne Gesundheitsprüfung zu einer der etwa 50 Privatkassen wechseln können.

Außerdem lehnte der Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung in Berlin sowohl die von der rot-grünen Koalition geplante Bürgerversicherung als auch die von der CDU favorisierte Kopfpauschale ab. Zugleich schlug er einen Basistarif der privaten Versicherungsunternehmen vor, in den freiwillig versicherte Mitglieder der gesetzlichen Kassen bis zu einem Alter von 55 Jahren auch ohne die sonst üblichen Risikozuschläge bei Vorerkrankungen wechseln können.

Mit der Initiative reagieren die privaten Krankenversicherer auf die Reformüberlegungen der Politik. Zwar liegen Union und Koalition mit ihren Vorstellungen weit auseinander. Beide Lager sind sich aber einig, dass die PKV in das Bürgerversicherungs- beziehungsweise Kopfpauschalensystem einbezogen werden soll - und zwar zu den gleichen Wettbewerbsbedingungen wie die gesetzlichen Kassen. Damit wären die privaten Kassen etwa verpflichtet, jeden Interessenten ohne Berücksichtigung von Alter oder Gesundheitszustand aufzunehmen. Dies lehnt die Branche entschieden ab. „Eine PKV, die in eine Einheitsversicherung gezwungen würde, wäre keine mehr, sondern hieße nur noch so“, sagte Schulte.

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