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Eigenkapital: „Commerzbank ein Dauer-Systemrisiko für Steuerzahler“

exklusiv Dass die Commerzbank als zweitgrößtes deutsches Kreditinstitut von den internationalen Regulierern auf die Liste der systemrelevanten Banken gesetzt werden soll, sorgt für Unruhe im politischen Berlin. Hintergrund ist die Sorge, dass der Steuerzahler der teilverstaatlichten Bank deshalb erneut unter die Arme greifen muss.

FRANKFURT. Hätte ein Kollaps der Commerzbank Folgen für das weltweite Finanzsystem? Die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob das zweitgrößte deutsche Institut von den internationalen Regulierern zu den 30 bis 35 systemrelevanten Finanzhäusern gezählt wird. Die Bedeutung der Liste dieser als „too big to fail“ bezeichneten Banken ist enorm: Denn ihnen drohen höhere Kapitalanforderungen, damit sie im Pleitefall nicht die gesamte Branche in den Abgrund reißen. Daher wird über die Zusammensetzung der Gruppe Finanz- und Regierungskreisen zufolge heftig gerungen. „Eine Entscheidung gibt es noch nicht“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Heute schon über eine konkrete Liste zu sprechen, wäre verfrüht, betonte ein Regierungsvertreter.

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Was sich nach Informationen aus Finanz- und Aufsichtskreisen dagegen abzeichnet, ist die Höhe des Kapitalaufschlags, der von den wichtigen Instituten gefordert wird. Dieser bewege sich zwischen zwei und drei Prozentpunkten zusätzlich zu den bereits verschärften Eigenkapitalregeln nach Basel III. Für die Commerzbank könnte dies nach Berechnungen von Merck-Finck-Analyst Konrad Becker einen zusätzlichen Kapitalbedarf von bis zu knapp neun Mrd. Euro bedeuten.

Dies wäre für das teilverstaatlichte Institut, das noch mit Milliardenkosten für die Dresdner-Bank-Übernahme zu kämpfen hat, Experten zufolge nur schwer zu stemmen. Denn die Commerzbank muss sich bereits strecken, um die gerade erst von den Regulierern beschlossenen Kapitalmaßnahmen zur Vermeidung künftiger Krisen zu erfüllen. Die unter dem Regelwerk Basel III festgelegten Eigenkapitalvorschriften sehen vor, dass alle Banken ab 2019 bereits mehr als drei Mal soviel hartes Kernkapital - Gewinnrücklagen und Stammkapital - vorhalten müssen als bislang. Die entsprechende Quote soll dann mindestens bei sieben Prozent liegen. Eine solche Größenordnung peilt auch die Commerzbank an, wie Finanzchef Eric Strutz Reuters im Sommer gesagt hatte.

Die FDP wertet die Vorgänge um die Commerzbank als Alarmsignal. „Es zeigt, dass die Lage im Finanzsektor nach wie vor sehr ernst ist“, sagte der Finanzexperte der FDP-Bundestagfraktion, Frank Schäffler, Handelsblatt Online. Die Commerzbank müsse ihr Risiko abbauen und gleichzeitig dauerhaft Erträge erwirtschaften. „Ich befürchte, dass dieser Spagat noch lange für den Steuerzahler ein Systemrisiko sein wird“, sagte er und fügte hinzu: „Wie die Exit-Strategie aussehen soll, kann ich derzeit nicht erkennen.“ Hier sei dringender Handlungsbedarf seitens der Bundesregierung.

  • 14.10.2010, 14:40 UhrAnonymer Benutzer: Politiker

    Ein Laie: Es gibt keine systemrelevante banken. Dies ist nur ein Vorwand der Politiker um sehr schlechte Arbeit auf Dauer zu belohnen und ihre Versorgungsposten zu erhalten. Kurz: Man will nur Steuergelder vernichten damit die Kinder, Jugendliche keine Förderung mehr erhalten können.

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