Eigentümer müssen Dokument künftig bei Mieterwechsel oder Verkauf vorlegen
Energiepässe kosten Milliarden

Nachdem Bundestag und Bundesrat der Änderung des Energieeinsparungsgesetzes zugestimmt haben, könnte der Gebäudeenergiepass bereits ab dem 1. Januar 2006 Realität werden. Der Energiepass dokumentiert, wie es um die Energieeffizienz eines Gebäudes bestellt ist.

BERLIN. Der geplante Gebäudeenergiepass wird Hauseigentümer nach Berechnungen der Wohnungswirtschaft künftig mit Kosten von rund einer Mrd. Euro pro Jahr belasten. Nachdem Bundestag und Bundesrat der Änderung des Energieeinsparungsgesetzes zugestimmt haben, könnte der Pass bereits ab dem 1. Januar 2006 Realität werden.

Der Energiepass dokumentiert, wie es um die Energieeffizienz eines Gebäudes bestellt ist. Der Eigentümer wird ihn in Zukunft vorlegen müssen, wenn ein neuer Mieter in eine Wohnung einzieht oder wenn ein Haus verkauft wird. Die künftigen Nutzer sollen rasch feststellen können, mit welchen Energiekosten sie rechnen müssen. Eine EU-Richtlinie schreibt dem Gesetzgeber vor, den Pass einzuführen.

Mittlerweile zeichnet sich ab, welche Kostenbelastung auf Hauseigentümer zukommt. Der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) kalkuliert, dass der so genannte „bedarfsorientierte Energiepass“ für ein Mehrfamilienhaus mit mindestens 300 Euro zu Buche schlägt. „Für eine sehr fundierte Analyse kann man aber durchaus mit 1 000 Euro kalkulieren“, sagt Ingrid Vogler vom GdW. Im Durchschnitt rechnet der GdW mit Kosten von rund 500 Euro. Die bundeseigene Deutsche Energie-Agentur (Dena), die in einem Feldversuch gemeinsam mit Handwerk, Architekten und Ingenieuren 4 100 Energiepässe ausgestellt hat, kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Gut 35 Prozent der Ausweise kosteten zwischen 301 und 900 Euro, gut 32 Prozent zwischen 201 und 300 Euro.

Allein im ersten Jahr dürften nach Einschätzung des GdW für zwei Millionen der insgesamt 17 Millionen Wohngebäude in Deutschland Ausweise fällig werden, weil Mieter oder Eigentümer wechseln. Bei einem Durchschnittspreis von 500 Euro je Pass erreicht die Kostenbelastung für die Eigentümer somit im ersten Jahr den Wert von einer Mrd. Euro. Das Energie-Institut der Universität Bremen geht davon aus, dass die Zahl von Mieter- oder Eigentümerwechseln eher höher liegen wird.

Der Energiepass war lange umstritten. Mit der Änderung des Energieeinsparungsgesetzes sind nun seine Eckpunkte definiert. Die Details werden in einer Verordnung festgelegt, die bereits am 1. Januar 2006 in Kraft treten könnte.

Wichtig für die Wohnungswirtschaft: Mit der Gesetzesänderung ist festgeschrieben, dass der Pass lediglich der Information des künftigen Mieters oder Eigentümers dient. Damit soll verhindert werden, dass das Dokument zum Einfallstor für Klagen wird.

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