Ein Kilo Sprengstoff beschafft
Zwei Jahre Haft für Nazi-Terroristen gefordert

Alle fünf Angeklagten sind nach Ansicht der Bundesanwaltschaft Schuldig, Mitglied in einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Zwei der Angeklagten sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen des mutmaßlich geplanten Bombenanschlags bestraft werden. Eine junge Frau würde die höchste Strafe bekommen: Sie soll den Sprengstoff beschafft haben.

HB DÜSSELDORF. Im zweiten Münchner Terroristenprozess um den mutmaßlich geplanten Bombenanschlag auf das neue Jüdische Zentrum hat die Bundesanwaltschaft am Donnerstag bis zu zweieinhalb Jahre Haft gefordert. Für drei der fünf Angeklagten soll die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

Alle fünf sind nach Ansicht der Anklage der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig. Parallel zu dem Prozess verhandelt das Bayerische Oberste Landesgericht in einem anderen Verfahren gegen den Hauptangeklagten und führenden Kopf der rechtsextremen „Kameradschaft Süd“, Martin Wiese, und drei weitere Gesinnungsgenossen.

Die Bundesanwaltschaft hatte das Verfahren gegen die fünf Angeklagten abgetrennt, da sie sich aussagebereiter zeigten als ihre älteren Mitstreiter, die mit Wiese gemeinsam vor Gericht stehen.

Mit zweieinhalb Jahren Haft die höchste Strafe soll nach dem Willen der Anklage eine 20 Jahre alte Angeklagte bekommen, die dabei gewesen sein soll, als 1,2 Kilogramm hochexplosiver Sprengstoff beschafft wurden. Die Polizei hatte das Material später sichergestellt. Drei der Angeklagten haben umfassende Geständnisse abgelegt und als Zeugen in dem Parallelprozess gegen Wiese ausgesagt. Gegen die fünf Angeklagten wurde rund fünf Monate unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

Laut Bundesanwaltschaft planten sie einen Sprengstoffanschlag bei der Grundsteinlegung für das jüdische Kulturzentrum in München am 9. November 2003. Die Verteidigung wird am 22. und 23. März plädieren. Das Urteil soll am 4. April fallen.

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