Ein Konto namens "Maxwell"
Gegensätzliche Aussagen im Strauß-Prozess

Zwei gegensätzliche Zeugenaussagen zum Schlüssel-Decknamen "Maxwell" haben im Strafprozess gegen Max Strauß für Überraschung gesorgt. Eine eindeutige Zuordnung des Decknamens war deshalb nicht möglich.

HB AUGSBURG. Ein Zeuge sagte am Donnerstag vor dem Landgericht Augsburg, Strauß sei „Maxwell“ gewesen. „Maxwell“ hieß auch ein Geheimkonto in der Schweiz, auf das aus Sicht der Anklage Geld an Strauß floss. Eine zweite Zeugin sagte dagegen, „Maxwell“ sei der Spitzname für den Rechtsanwalt Franz Dannecker aus dem Umfeld des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zahlte der nach Kanada geflüchtete Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber auf das Schweizer „Maxwell“-Konto 2,6 Millionen Euro Provisionen an Max Strauß, die dieser nicht versteuert habe. Strauß hat dies dementiert.

Der frühere Schreiber-Geschäftsführer Albert Birkner erklärte am Donnerstag unter Eid, sein damaliger Chef habe Max Strauß mehrmals eindeutig „Maxwell“ genannt. Schreiber habe etwa ab 1985 fast täglich mit Max Strauß telefoniert und nach den Gesprächen mehrfach erklärt, es sei „schon wieder Maxwell“ gewesen.

Dagegen erklärte Schreibers langjährige Sekretärin Sieglinde Kaub ebenfalls unter Eid, „Maxwell“ sei „hundertprozentig“ der Spitzname für den Rechtsanwalt Franz Dannecker aus dem Umfeld des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß gewesen. Sie sagte: „Wenn Schreiber gesagt hat, ich soll „Maxwell' anrufen, wusste ich, dass Dannecker gemeint war.“ Dieser ist inzwischen verstorben. Schreiber selbst hatte in einer eidesstattlichen Erklärung 1987 erklärt, mit „Maxwell“ sei Dannecker gemeint.

Birkner sagte, bei Schreibers regelmäßigen Kellerpartys sei „alles da gewesen, was Rang und Namen hatte“, unter anderem oftmals Max Strauß und der frühere CSU-Generalsekretär Thomas Goppel. „Thomas Goppel war der, der Schreiber groß gemacht hat“, sagte der Zeuge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%