„Einer, der auch mal reingrätscht“
Merz soll EU-Kommissar werden

In der Union ist der Wunsch laut geworden, den ehemaligen Fraktionschef Friedrich Merz zum EU-Kommissar zu machen. Mehrere Unionspolitiker forderten am Wochenende Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, ihren früheren Rivalen als Kandidaten zu berufen.

ap BERLIN. Zahlreiche Unionspolitiker haben Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, ihren früheren Kontrahenten Friedrich Merz zum EU-Kommissar zu machen. Der ehemalige Fraktionschef wäre ein idealer Kandidat für den Posten, sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber.

„In der CDU gibt es eine tiefe Sehnsucht danach, dass Merz und Frau Merkel ihren Streit beilegen“, sagte Brunnhuber dem „Spiegel“. Den Vorschlag, den früheren Fraktionschef nach Brüssel zu schicken, könnten viele in Partei und Fraktion uneingeschränkt unterstützen.

„Von allen Namen, die ich bisher gehört habe, ist Merz der geeignetste“, erklärte auch der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt. Merz sei eine „Idealbesetzung für die EU-Kommission“.

Auch in der CSU stieß der Vorschlag auf positive Resonanz. Der Vorsitzende der Mittelstands-Union Hans Michelbach sagte, eine Berufung von Merz wäre ein gutes Signal, das auch in der Wirtschaft begrüßt werden würde.

Die Rechtsexpertin Daniela Raab lobte: „Merz ist einer, der auch mal reingrätscht, wenn es drauf ankommt.“ Dies sei wichtig. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer sprach von einer „Ideallösung“.

Merz war von 1989 bis 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments. Sein Verhältnis zu Merkel gilt als gespannt, nachdem ihn die Kanzlerin 2002 als Vorsitzende an der Spitze der Unionsfraktion des Bundestags verdrängt hatte. Merz war im November 2004 aus Protest gegen Merkels Politik von seinem Posten als stellvertretender Fraktionsvorsitzender zurückgetreten. Bei der kommenden Bundestagswahl will er nicht mehr antreten.

Merkel sträube sich bislang gegen eine Berufung von Merz, heißt es im „Spiegel“-Bericht. Die Kanzlerin wisse jedoch, wie beliebt ihr Rivale noch immer in der Partei sei.

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