Einführung der 42-Stunden-Woche in Bayern
Proteststurm gegen Arbeitszeitverlängerung

Ein Sturm der Entrüstung ist ausgebrochen, nachdem Bayern die Einführung der 42-Stunden-Woche im öffentlichen Dienst angekündigt hat. Verdi kündigte bereits einen „Konflik in nicht gekannten Ausmaß“ gegen die Mehrarbeit an.

HB MÜNCHEN/STUTTGART/BERLIN. Lehrer, Beamte und SPD protestierten bereits am Donnerstag gegen die Pläne der CSU. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte massiven Widerstand an und schloss einen Streik nicht aus. Sie will ihr weiteres Vorgehen an diesem Freitag in Stuttgart beraten. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach laut „Frankfurter Rundschau“ von einem „Konflikt in bisher nicht gekanntem Ausmaß“. Weiter sagte er: „Über die Dimension des Konfliktes, den die Arbeitgeber offenbar suchen, sollten keine Illusionen bestehen.“ Allein im öffentlichen Dienst drohe der Verlust von mehr als 100 000 Arbeitsplätzen, wenn die Arbeitszeit verlängert werde. Er warf den Unionsministerpräsidenten vor, die Tarifrunde „zu einer Durchbruchschlacht für eine Arbeitszeitverlängerung in der gesamten Volkswirtschaft machen zu wollen.“

Die Kommunen lehnten eine Einführung der 42-Stunden-Woche ebenfalls ab. Der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes in Bayern (KAV), Armin Augat, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Kommunen wollten nicht dem Beispiel der Länder folgen. Sie hatten in der vergangenen Woche den Arbeitszeit-Tarifvertrag für ihre Arbeiter und Angestellten mit bislang 38,5 Stunden in der Woche gekündigt. „Das ist eine unselige Entwicklung, die uns in den Verhandlungen zu einem zukunftsfähigen Tarifrecht nicht weiterbringt“, sagte Augat. Der bundesweite Arbeitgeberverband der Kommunen will am 21. April in Köln über das weitere Vorgehen entscheiden.

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