"Eingliederungschancen steigen nicht"
Ein-Euro-Jobs in der Kritik

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement trifft auf Kritik mit seiner Ankündigung, mindestens 600 000 Langzeitarbeitslose mit Ein-Euro-Jobs zu beschäftigen.

HB BERLIN. "Die Eingliederungschancen der Arbeitslosen steigen dadurch überhaupt nicht", sagte Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe). Teilnehmer würden stigmatisiert und reduzierten schon im Vorfeld der Maßnahmen ihre Bemühungen um einen regulären Job.

Mit den Ein-Euro-Jobs können Arbeitslose zudem leicht ein Gesamteinkommen von 800 bis 900 Euro erzielen, sagte Schäfer. Das seien Einkommensbereiche, die besonders in Ostdeutschland nur mit einem qualifizierten Job erreicht werden könnten. Der Experte fügte hinzu: "Die Ein-Euro-Jobs treten in Konkurrenz zum echten Arbeitsmarkt."

Thüringens DGB-Chef Frank Spieth sagte, durch die Ein-Euro-Jobs werde der "Reichsarbeitsdienst" wieder eingeführt. Ein Taschengeld von 1 bis 2 Euro beeinträchtige das Selbstwertgefühl der Betroffenen massiv. Solche Maßnahmen begründeten den Zorn, der sich in den Montagsdemonstrationen entlade. Es wäre sinnvoller, die Menschen mit ABM zu beschäftigen, die Kosten für die Gesellschaft wären dann auch nicht höher, sagte Spieth.

Auch die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-KeferZugleich kritisierte die Angebote. „Es gibt verschiedene Formen öffentlich geförderter Beschäftigung, die bei weitem sinnvoller sind als diese Ein- oder Zwei-Euro-Jobs“, sagte die DGB-Vize. „Die Menschen einfach nur irgendwohin zu schieben, ist falsch.“

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