Einigkeit beim Thema Griechenland
Merkel und Steinbrück gegen den Schuldenschnitt

Es klingt wie die Einigkeit aus vergangenen Tagen: Kanzlerin Merkel und Peer Steinbrück lehnen einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland ab. Trotz der gemeinsamen Linie sehen einige Ökonömen keine andere Lösung.
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BerlinWie Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht auch ihr Herausforderer, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland skeptisch. Erneut würden dann private Gläubiger Athens einen Teil ihres Geldes verlieren, sagte Steinbrück im RBB-Inforadio. „Die Folge wäre, dass es eine sehr starke Zurückhaltung geben würde, überhaupt noch in Staatsanleihen zu investieren.“

Diesmal müssten dann eventuell auch öffentliche Gläubiger, also die anderen Euroländer und die Europäische Zentralbank (EZB), darauf verzichten, ihre Hilfen vollständig zurückzuerhalten. „Das heißt, wir reden dann über eine indirekte, aber schnell wirkende Inhaftnahme der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Deutschland, aber auch anderswo. Deshalb sage ich: Vorsicht an der Bahnsteigkante“, meinte Steinbrück.

Auch Bundeskanzlerin Merkel betonte erneut, sie sehe keinen zweiten Schuldenerlass für Griechenland. „So ein Schritt könnte eine Verunsicherung in anderen Teilen Europas auslösen“, sagte die Kanzlerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Einige Ökonomen halten ein solches Szenario jedoch für wahrscheinlich, da Griechenland aus eigener Kraft seinen Schuldenstand nicht wie vereinbart reduzieren könne.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schloss in den „Badischen Neuesten Nachrichten“ einen Schuldenschnitt für Griechenland bei den öffentlichen Gläubigern ebenfalls aus: „Diesen wird es nicht geben.“ Zahlreiche Ökonomen, die Bundesbank sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) gehen davon aus, dass weitere Hilfen der Europäer für Athen fällig werden.

Von einem zweiten Schuldenschnitt ist aber nicht überall explizit die Rede. Dieser würde vor allem die Euro-Staaten und damit auch die Steuerzahler treffen. Die Opposition wirft Schwarz-Gelb vor, die wahren Risiken und Kosten der Euro-Rettung zu verschweigen und Griechenland-Entscheidungen auf die Zeit nach der Wahl zu vertagen.

Schäuble wies den Vorwurf zurück, er verschweige Haftungsrisiken bei der Euro-Rettung. „Das ist wahrheitswidrig und ehrverletzend“, sagte er. Seine Sprecherin erklärte, sowohl der Bundestag als auch die Öffentlichkeit würden umfassend und sehr transparent informiert. Das maximale Haftungsrisiko Deutschlands belaufe sich unverändert auf 310 Milliarden Euro: „Da gibt es nichts Neues.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Einigkeit beim Thema Griechenland: Merkel und Steinbrück gegen den Schuldenschnitt"

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  • Darüber lohnt sich nicht zu diskutieren.... die Pest regiert und die ist resistent...

    Die dumme Öffentlichkeit wird von den Medien eingelullt und das Reichspropagandaministerium tut sein Übriges.


  • Professor Starbatty spricht auf einem Event der Alternative für Deutschland in Frankfurt

    Er redet Klartext und erklärt worum es der AfD geht und wie der Karren von den Blockparteien in den Dreck gefahren wurden.

    Ankucken und AfD wählen und gleich mitmachen!!


    http://www.youtube.com/watch?v=qDLB3PDgGFQ

  • ............Merkel und Steinbrück gegen den Schuldenschnitt........ VORM 22.9.!

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