Einigung bei Tarifverhandlungen
Tariferhöhung für Chemie-Beschäftigte

Die rund 580 000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie bekommen mehr Geld. Bei den Tarifverhandlungen haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber am Freitag auf einen Abschluss geeinigt.

HB LAHNSTEIN. Es gibt eine Einkommensverbesserung im Gesamtvolumen von 2,1 %, teilten Gewerkschaft und Arbeitgeber am Freitag in Lahnstein bei Koblenz nach der bundesweiten zweiten Runde mit. Kern ist eine Entgelterhöhung von 1,5 %. Außerdem gibt es im Oktober eine relativ hohe Einmalzahlung von 7,2 % eines tariflichen Monatsentgelts. Der neue Tarifvertrag gilt für 13 Monate beginnend je nach Region im Juni, Juli oder August.

Nicht erhöht werden die Vergütungen für Lehrlinge. Allerdings erhalten sie ebenfalls eine Einmalzahlung von 7,2 % eines Monatsentgelts. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) vereinbarten zudem wie im vergangenen Jahr die Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen. Demnach verpflichteten sich die Arbeitgeber, im Herbst 2005 ihr Angebot an Lehrstellen in Westdeutschland um 2 % zu erhöhen.

Mit diesem Tarifvertrag seien die rund 1800 Unternehmen des Chemie-Flächentarifs von der geplanten Ausbildungsplatzabgabe befreit, betonten Gewerkschaft und Arbeitgeber. 2003 waren rund 7850 neue Lehrlinge in die westdeutschen Chemieunternehmen eingetreten. Seit 1998 stieg hier die Zahl neuer Auszubildender um 15 %.

Nach Einschätzung von BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen gingen die Arbeitgeber mit dem Tarifabschluss „angesichts der noch schwachen Konjunktur an die Grenze des Möglichen“. IG-BCE- Vorsitzender Hubertus Schmoldt sprach von einem erfolgreichen „chemiespezifischen Tarifabschluss“.

Die erste Verhandlungsrunde der Chemieindustrie war vor gut einer Woche in Hannover ergebnislos vertagt worden. Im vergangenen Jahr hatten sich die Tarifparteien neben einer Einmalzahlung von 40 € auf 2,6 % mehr Entgelt bei einer Vertragslaufzeit von 13 Monaten geeinigt.

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