Einkommen 2008
Für Arbeitnehmer bleibt 2008 unterm Strich mehr

Arbeitnehmer dürfen sich laut Steuerzahlerbund im neuen Jahr auf ein kleines Gehaltsplus freuen. Sie müssen mit Jahresbeginn spürbar weniger für die Arbeitslosenversicherung zahlen. Gleiches gilt für die Arbeitgeber. Doch des einen Freud ist des anderen Leid.

HB BERLIN. Der Beitragssatz sinkt ab Januar von 4,2 auf 3,3 Prozent ab. Wermutstropfen: Die Entlastung schmilzt ab 1. Juli 2008 durch die geplante Erhöhung der Pflegebeiträge von 1,7 auf 1,95 Prozent (für Kinderlose von 1,95 auf 2,2) wieder ein wenig zusammen. Unterm Strich werden die meisten Beschäftigten im nächsten Jahr etwa 100 bis 200 Euro mehr Lohn in der Tasche haben, wie der Bund der Steuerzahler in Berlin (BdSt) berechnet hat.

„Es gewinnen zunächst alle ein wenig dazu, durch die Bank“, sagte BdSt-Bundesgeschäftsführer Reiner Holznagel. Der Mehrverdienst sei jedoch vermutlich schnell wieder dahin. Die Preissteigerungen bei Lebensmitteln und im Energiebereich fressen die Entlastung im Geldbeutel rasch wieder auf, so die Prognose.

Sollten 2008 auch noch die Beiträge zur Krankenversicherung auf breiter Front erhöht werden, bleibe vom Plus schon gar nichts mehr übrig, ist auch Damian Fichte überzeugt, Experte für Sozialpolitik beim Karl-Bräuer-Institut, der wissenschaftlichen Abteilung des BdSt.

Wer monatlich brutto 2 500 Euro verdient, bringt in 2008 jetzt zusätzlich 11,25 Euro pro Monat nach Hause. Wie gewonnen, so fast zerronnen: Ab Sommer werden ihm aber nach der aktuellen Gesetzesvorlage wieder 3,13 Euro mehr für die Pflegeversicherung abgezogen. Macht aufs Jahr gerechnet ein Plus von 116,25 Euro aus - für Arbeitnehmer wie Chef gleichermaßen. „Immerhin etwas“, betont Fichte. Arbeitgeber werden zu gleichen Teilen entlastet, weil sie die andere Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge schultern.

Bei einem Bruttoverdienst von 3 000 Euro wird der Arbeitnehmer nächstes Jahr unterm Strich ein Extra von insgesamt 139,50 Euro in seiner „Lohntüte“ drin haben. Wer 4 000 Euro im Monat bekommt, kann sich über 189 Euro zusätzlich im Jahr freuen. In der Gehaltskategorie von 5 000 Euro monatlich gibt es nach den BdSt-Berechnungen eine Differenz zwischen Ost- und Westdeutschland: Der Beschäftigte in den alten Ländern wird um 243 Euro jährlich entlastet, in den neuen Ländern um 216 Euro.

Bundesagentur nimmt weniger ein

Für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber steht im Bereich der Arbeitslosenversicherung schon die zweite Beitragssenkung innerhalb kurzer Zeit an: Mit Beginn 2007 war der Satz schon einmal von 6,5 auf 4,2 Prozent gesenkt worden.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Für die Bundesagentur für Arbeit, in deren Kasse die Arbeitslosenversicherungsbeiträge fließen, bedeutet die neue Absenkung um fast ein Prozent eine kräftige Einbuße. Sie wird 2008 voraussichtlich sieben Mrd. Euro weniger einnehmen als in diesem Jahr.

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