Einkommen
Deutsche sparen für schlechtere Zeiten

Die Deutschen legen immer mehr auf die hohe Kante. Die Sparquote ist so hoch wie wie seit 15 Jahren nicht mehr. Experten zufolge steckt dahinter vor allem eine Sorge.

HB BERLIN. Von Januar bis März legten sie durchschnittlich 14,8 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist die höchste Sparquote der privaten Haushalte seit Anfang 1993.

Gleichzeitig stiegen die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer mit 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum so kräftig wie seit Ende 2000 nicht mehr. Noch stärker wuchsen erneut die Vermögen und Unternehmensgewinne mit 4,8 Prozent.

In der hohen Sparquote kommt Experten zufolge die Sorge vor einem Ende des Aufschwungs zum Ausdruck. „Die Bürger sparen für schlechtere Zeiten“, sagte der Konjunkturexperte des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Peter Hohlfeld. Außerdem sorge ein wachsender Teil der Deutschen privat fürs Alter vor, etwa mit der Riester-Rente. Auch das treibe die Sparquote.

Das kräftige Lohnplus zu Jahresbeginn wird durch steigende Lebenshaltungskosten zu einem großen Teil wieder aufgezehrt. „Real kommt ein Zuwachs von etwa einem halben Prozent heraus: Die Kaufkraft ist damit unter dem Strich nur wenig gestiegen“, sagte Hohlfeld. Die Inflationsrate schwankte von Januar bis März zwischen 2,8 und 3,1 Prozent.

Zu Jahresbeginn legen die Deutschen üblicherweise besonders viel Geld beiseite. Das liegt an Sondereffekten wie dem Bezug von Weihnachtsgeld. Aber auch ohne diese Verzerrungen blieb die saisonbereinigte Sparquote bei 11,2 Prozent - höher war sie nach Bundesbank-Angaben zuletzt Ende 1994.

Das verfügbare Einkommen setzt sich aus Löhnen und Gehältern, Einnahmen aus Vermögen sowie Transferleistungen wie Kindergeld oder Altersrenten zusammen. Davon abgezogen werden unter anderem Einkommens- und Vermögenssteuern sowie Sozialabgaben. Unter dem Strich stiegen die verfügbaren Einkommen zu Jahresbeginn um 2,6 Prozent.

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