Einkommensdebatte
Glos und Bofinger fordern höhere Löhne

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat sich für Lohnerhöhungen ausgesprochen, um der Binnenkonjunktur in Deutschland mehr Schub zu verleihen. Rückendeckung bekommt der CSU-Politiker vom Wirtschaftsweisen Peter Bofinger.

HB BERLIN. Glos sagte der „Bild“-Zeitung, Einkommenssteigerungen seien zwar Sache der Tarifparteien, doch sollten dabei nicht allein Kosten, Shareholder-Value und Aktionärsinteressen eine Rolle spielen. Weil wesentliche Teile der Wirtschaft wie Einzelhandel und Handwerk auf kaufkräftige Nachfrage angewiesen seien, müssten „die Menschen für gute Arbeit gutes Geld verdienen und es dann auch ausgeben können“.

Bofinger schrieb in einem Gastbeitrag für die „Financial Times Deutschland“: „Eine fortgesetzte Lohnzurückhaltung ist ähnlich selbstzerstörerisch, wie wenn ein Fünfsternehotel auf die Idee käme, über Billigpreise anspruchslose Kunden zu gewinnen, die allenfalls bereit sind, die Rate eines Zweisternehauses zu zahlen“. Mit einer Strategie der Lohnzurückhaltung könne Deutschland den Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie nicht aufhalten. Dieser sei ein Ergebnis des Strukturwandels, der so wenig zu vermeiden sei, wie der Rückgang der Erwerbstätigkeit in der Landwirtschaft.

Die Politik muss sich nach Ansicht Bofingers entscheiden, ob sie einen offensiven Ansatz der Wirtschaftspolitik wie die skandinavischen Länder oder eine defensive Strategie mit wenig Staat wie die USA verfolgen wolle. Dänemark, Finnland und Schweden hätten gezeigt, dass mit einer hohen Staatsquote bei hohen öffentlichen Investitionen und Bildungsausgaben sogar Budgetüberschüsse erzielt werden könnten.

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