Einkommensdebatte: Platzeck will Mindestlohn und Kombilohn verknüpfen

Einkommensdebatte
Platzeck will Mindestlohn und Kombilohn verknüpfen

In der Debatte über existenzsichernde Einkommen hat sich SPD-Chef Matthias Platzeck dafür ausgesprochen, den von seiner Partei geforderten Mindestohn und den von der Union favorisierten Kombilohn miteinander zu verknüpfen

HB LONDON. Das von der Union favorisierte Kombilohnmodell mit befristeten staatlichen Zuschüssen für Geringverdiener sei für die Zeit am Anfang und am Ende eines Arbeitslebens geeignet, sagte Platzeck am Freitag zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in Großbritannien. Dort war er unter anderem mit Premier Tony Blair zusammengetroffen.

Die Einführung von Mindestlöhnen habe sich in Großbritannien und weiteren EU-Ländern bewährt und der Wirtschaft nicht geschadet, sagte Platzeck. Ein Mindestlohn könne deshalb auch in Deutschland zur besseren Existenzsicherung von Hunderttausenden von Arbeitnehmern beitragen.

„Wenn wir es ernst meinen, wieder für mehr Kinder zu sorgen, dann geht das nicht mit Stundenlöhnen von 2,50 Euro“, sagte Platzeck. Nach seiner Ansicht können die im Ausland praktizierten Mindestlohn-Modelle aber auf Deutschland nicht in vollem Umfang übertragen werden. In Großbritannien gibt es seit 1999 einen gesetzlichen Mindestlohn für alle Arbeitnehmer, der regelmäßig angehoben wird und derzeit umgerechnet rund 1230 Euro im Monat beträgt.

Platzeck und Blair verabredeten, die nach der Unterstützung des Irak-Kriegs durch Großbritannien spürbar abgekühlten Beziehungen zwischen beiden Parteien wieder zu beleben. Er habe schnell einen persönlichen Draht zu dem Premier gefunden, sagte Platzeck nach dem einstündigen Treffen in Blairs Amtssitz in der Downing Street. Bei dem Gespräch sei es auch um den angelsächsischen Weg der Sozialreformen sowie um die Zukunft der Renten und des Gesundheitswesens gegangen, bei denen Großbritannien vor ähnlichen Problemen stehe wie Deutschland.

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