Einkommensteuer
Kramp-Karrenbauer tritt für höheren Spitzensatz ein

Die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer hat Ideen für Steuerreformen entwickelt. Oberster Punkt: Der Einkommensteuer-Spitzensatz verträgt eine moderate Anhebung. Doch Unternehmen will sie schonen.
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BerlinSaarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert eine Erhöhung des Einkommensteuer-Spitzensatzes. "Hier ist die frühere rot-grüne Bundesregierung bei der Absenkung zu weit gegangen", sagte die CDU-Politikerin der Tageszeitung "Die Welt".

"Über eine moderate Anhebung sollte man deshalb reden", bekräftigte sie. Allerdings müsse dabei sichergestellt werden, dass Personengesellschaften nicht belastet werden, denn deren wirtschaftliches Engagement werde gebraucht, ergänzte sie.

Die Forderungen von Gewerkschaften und Opposition nach einer schärferen Besteuerung von Vermögen hält Kramp-Karrenbauer hingegen für gefährlich. "Die geballten Forderungen nach höherer Erbschaftsteuer, Vermögensabgaben oder Reichensteuer bergen die Gefahr, dass das positive und wichtige Streben der Menschen, sich Eigentum aufzubauen, darüber in Misskredit gerät", sagte sie.

Ein Großteil des Eigentums stecke außerdem in den Unternehmen. "Dort besteht die Gefahr, dass bei einer schärferen Besteuerung die Betriebe Probleme bekommen und Wohlstand und Arbeitsplätze verloren gehen", sagte Kramp-Karrenbauer.

Das Ehegattensplitting wiederum soll ihre Meinung nach umgebaut werden. "Angesichts des gesellschaftlichen Wandels müssen wir zu einem Familiensplitting kommen", sagte Kramp-Karrenbauer. "Dabei muss nicht nur die Kindererziehung, sondern auch das Pflegen von Angehörigen mit in den Blick genommen werden."

Der entsprechende Umbau des Steuersystems sei eine Aufgabe für die nächste Legislaturperiode.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Einkommensteuer: Kramp-Karrenbauer tritt für höheren Spitzensatz ein"

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  • Das mit dem herunterrechnen ist falsch. Das geht so ohne weiteres eben nicht mehr.
    Wer sein Einkommen reduzieren will kann dies immer nur dort wo Investitionen steuerbegünstigt sind. Die großen Abschreibungsmodelle gehören aber der Vergangenheit an.
    Und selbst die, die es gab haben in der Masse millionenverluste produziert, weil steuerliche Anreize weit über das sinnvolle Mass Investionsgelder anzog, die letztlich nicht wirtschaftlich waren.
    Für die absolut Superreichen sieht die Sache schon anders aus, aber das rechtfertigt ihre einschätzung nicht.

    H.

  • Zu einseitig.

    Ob der durchschnittsteuersatz niedriger ist oder nicht, ist ohne Belang. Ebenso ist ohne Belang, das die Sparquote steigt oder die quandts 650 mio ausschüttung erlangt haben. Jedenfalls für die Überlegung, ob der Spitzensteuersatz erhöht wird.
    Zum einen kommen zu den Steuern noch Sozialabgaben hinzu, zum anderen muss die Sparquote steigen, soll die Altervorsorge gesichert bleiben. außerdem fällt unter Sparquote auch die Gelder zur Entschuldung.
    Was die Quandts angeht, stellt sich die Frage ob 650 mio viel oder wenig ist. Dabei ist es einfach zu kurz gedacht nur nach der genannten Summe zu gehen, es kommt darauf an auf was diese Summe bezogen ist.
    Für reiche dieser Art den Steuersatz trotzdem zu erhöhen halte ich trotzdem für sinnvoll, nur wäre es Unsinn dafür den Spitzensteuersatz zu erhöhen, jedenfalls bei den derzeitigen Einkommensgrenzen.
    53% jenseits der 500.000 € ZVE könnte dagegen sinnvoll sein.

    H.

  • Ich finde das Saarland gehört sowieso aufgelöst. Unglaublich, dass sich dieser Zipfel im Südwesten ein eigenes Parlament leistet. Bremen, Hamburg, Berlin, dto. Mit den freiwerdenden Stellen könnte man evtl. dem Fachkräftemangel begegnen.
    Die CDU ist für mich unwählbar geworden ...

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