Einkommensunterschiede
Union und SPD für mehr Transparenz bei Managergehältern

Die Vergütung von Managern sorgt wieder für Diskussionen. SPD und Union fordern: Managergehälter müssen transparenter werden. Unternehmen sollen das Maximalverhältnis von Niedrig- und Höchstlöhnen festlegen.
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BerlinUnion und SPD wollen in einer großen Koalition börsennotierte Unternehmen zu mehr Transparenz bei Managergehältern verpflichten. Die Unternehmen sollen ein Maximalverhältnis zwischen der Gesamtvergütung von Vorständen und dem durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen festlegen, wie aus einem Papier der Arbeitsgruppe für Inneres und Justiz hervorgeht. Zur konkreten Höhe der Einkommensunterschiede werden darin keine Vorgaben gemacht.

Dem Dokument zufolge planen Union und SPD auch, künftig Hauptversammlungen über Vorstandsvergütungen entscheiden zu lassen. Der Vorschlag dafür soll vom Aufsichtsrat kommen. Über das Papier, das am 13. November vorgelegt wurde und das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, hatte die "Bild am Sonntag" berichtet.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte dem Blatt, im Entwurf des Koalitionsvertrages werde erstmals eine Grenze für Managergehälter eingezogen. „Wo der freie Markt versagt, muss der Staat versuchen, für Gerechtigkeit zu sorgen. Das vernünftige Maß darf bei den Gehältern von Managern nicht verloren gehen.“

Die Wirtschaft lehnt hingegen strengere Vorschriften ab. „Eine neue gesetzliche Regelung zur Vorstandsvergütung ist nicht erforderlich, weil der Corporate-Governance-Kodex bereits umfassende Transparenzregelungen enthält“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der Zeitung.

Die Vergütung von Managern sorgt europaweit seit Jahren für Diskussionen. Die Schweizer lehnten erst am Sonntag eine Initiative ab, die die Gehälter von Spitzenkräften in einem Unternehmen auf maximal das Zwölffache des am niedrigsten bezahlten Mitarbeiters begrenzen wollte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das Thema wäre sehr schnell erledigt, wenn die Rahmenbedingungen für Pflichtversicherte grundsätzlich für ALLE Einkunftsbezieher gelten würden:
    Vor Investition Steuerzahlung und bis zur Beitragsbemessungsgrenze Beiträge in die Solidarischen Sozialkassen. Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze ist eine Befähigung zur Eigenverantwortung dann für ALLE gegeben. Eigenverantwortung(!); also keine vertragliche Zuwendungen möglich.
    Durchaus die Schweiz als Beispiel.

  • Selbstverständlich pflichte ich auch 'Seinweg' bei. Die Einkünfte von manchen Sportlern und Sportfunktionären sind skandalös. Aber wie stolz sind doch unsere Politiker, wenn sie sich im Fernsehen neben den Sportgrößen zeigen dürfen, selbst wenn diese schon längst ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben.

  • Ich bin für mehr Transparenz bei den Politikergehältern, insbesondere was das undurchsichtige Geflecht aus Nebeneinkünften angeht. Noch undurchschaubarer sind die Pensionsregelungen. Das Wort Sozialrente im Zusammenhang mit Politikern zu erwähnen verbietet sich ohnehin.

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