Einmaleffekt: Rentenkassen nahmen 27 Prozent mehr ein

Einmaleffekt
Rentenkassen nahmen 27 Prozent mehr ein

In die gesetzlichen Rentenkassen sind im Januar 27 Prozent mehr Beiträge geflossen als im Januar 2005. Das ordentliche Plus ist jedoch nur ein Strohfeuer, der auf einem Trick basiert - im Februar dürfte der Beitragseingang wieder so trist sein wie immer.

HB BERLIN. Wie ein Sprecher der Rentenversicherung Bund am Montag bestätigte, wurden im Januar gut 17 Milliarden Euro eingenommen. Üblich seien Einnahmen von gut 13 Milliarden Euro. Es handelt sich jedoch nicht ausnahmslos um Rentenbeiträge, sondern um die Sozialbeiträge, die die Rententräger einziehen und weiterleiten. Die Finanzreserven der Rentenversicherer erhöhten sich dadurch um 2,6 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahreswechsel.

Dass die gesetzlichen Rentenkassen plötzlich „im Geld schwimmen“, geht auf eine Entscheidung der abgewählten rot-grünen Bundesregierung zurück: Das Kabinett Gerhard Schröder hatte durchgesetzt, dass die Arbeitgeber ihre Sozialversicherungsbeiträge von Januar 2006 an bereits zum Monatsende überweisen statt wie bisher erst Mitte des Folgemonats.

Das führte im Januar 2006 zu zwei und führt im Gesamtjahr zu 13 statt 12 Zahlungsterminen: Mitte Januar erhielten die Sozialversicherungen die Dezember-Abgaben, Ende Januar dann jene für den laufenden Monat. Die Option, den 13. Monatsbeitrag zu stückeln und auf sechs Monate zu verteilen, haben viele Arbeitgeber offenbar nicht genutzt. Es wird damit gerechnet, dass sich das einmalige Einnahmeplus für die Sozialkassen durch den Trick auf 20 Milliarden Euro beläuft, wobei etwa die Hälfte auf die klammen Rentenkassen entfällt.

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