Einnahmen für den Staat sind allerdings schwer einzuschätzen
Steuerberater rechnen mit Erfolg von Eichels Steueramnestie

Das Steueramnestiegesetz von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ist besser als sein Ruf. Das jedenfalls meinen viele Steuerberater, Wirtschaftsberater und Steueranwälte. „Die Amnestie wird thematisiert“, beobachtet Wolfgang Wawro, Steuerexperte des Deutschen Steuerberaterverbands.

BERLIN/DÜSSELDORF. Wie viel dies bis Ende des Jahres in Eichels Kassen spülen wird, sei aber schwer einzuschätzen. Im Januar und Februar haben nach einer Aufstellung der Bundesländer reuige Steuerzahler 26,8 Mill. Euro an den Fiskus gezahlt. Eichel rechnet mit insgesamt 5 Mrd. Euro.

„Aus den bisher geringen Einnahmen darf man keinesfalls den Schluss ziehen, dass die Amnestie keine Wirkung zeigen wird“, sagte Jörg Schauf, Steueranwalt der Bonner Kanzlei Flick Gocke Schaumburg. Er erwartet, dass es erst ab Ende April zu einer „ersten Welle“ von Erklärungen kommen wird. Die meisten seiner Mandanten hätten um die Weihnachtszeit über das Thema nachgedacht, dann zunächst die konkreten Regeln des Bundesfinanzministeriums abgewartet, und sich ab Februar nach und nach Beratung gesucht. „Der Beratungsbedarf ist bei uns im Haus ausgesprochen hoch“, sagte Schauf.

In der ersten Welle wiederum dürften es zunächst die kleineren Vermögen sein, die erklärt werden. Bei großen hinterzogenen Summen lohnt es sich nach Meinung von Steuerberatern, die aus Angst vor Strafverfolgung wegen Mitwirkung am Steuerbetrug anonym bleiben wollen, bis Ende des Jahres noch, die Zinsen „mitzunehmen“: Sie müssen im Rahmen der Amnestie nicht nachversteuert werden. Außerdem wollten viele Steuerhinterzieher zunächst abwarten, ob es bei den Finanzämtern wirklich so freundlich zugeht, wie es Eichel versprochen hat. Schauf erwartet daher Oktober und November die größte Zahl an Erklärungen. „Ich denke, dass die Amnestie ein Erfolg wird“, sagte er.

Mehrere Steuerberater berichteten dem Handelsblatt von vor allem älteren Mandanten, die bereits länger nach Wegen zur Rückkehr in die Legalität suchten – oft mit Blick auf ihre Erben. Diese Mandanten erzählten, dass sie sich in den 90er-Jahren von Bankberatern zur steuervermeidenden Geldanlage in Luxemburg hätten überreden lassen – und die Konsequenzen erst zu spät begriffen hätten: Schwarzgeld ist für seinen Besitzer weniger wert als legales, weil er es kaum ausgeben kann, ohne aufzufallen. Das jedenfalls gilt nach Einschätzung von Steuerberatern für viele Mittelständler.

Seite 1:

Steuerberater rechnen mit Erfolg von Eichels Steueramnestie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%