Eiszeit für Solaranlagen
Regierung kürzt Förderung

Der Streit zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium über die Förderung von Solaranlagen ist beigelegt. Eine vorgesehene Kürzung soll um drei Monate vorgezogen werden. Die Börse reagierte sofort.
  • 63

BerlinBundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium haben sich nach Informationen von Handelsblatt Online auf drastische Kürzungen der Vergütungen für die Photovoltaik verständigt. Nach übereinstimmenden Angaben aus Regierungs- und Branchenkreisen sind Einschnitte geplant, die bei einzelnen Anlagentypen mehr als 30 Prozent betragen.

Dazu soll die Kürzung von 15 Prozent, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für den 1. Juli vorgesehen ist, auf den 1. April vorgezogen und zusätzlich erhöht werden. Bei kleineren Anlagen, wie sie etwa auf Hausdächern installiert werden, werde die Kürzung 20 Prozent betragen. Bei Freiflächenanlagen werde die Kürzung mehr als 30 Prozent betragen, hieß es in den Kreisen weiter.

Die Förderung von sehr großen Solaranlagen auf freien Flächen wird nach den Angaben sogar komplett gestoppt werden. Bei einer Leistung von mehr als zehn Megawatt solle die garantierte Stromabnahme zu festen Preisen komplett entfallen, hieß es. Damit wolle man Riesenanlagen mit großem Flächenverbrauch verhindern. Zuletzt waren im brandenburgischen Finow solche Projekte in Betrieb gegangen.

An der Börse sprach sich die Nachricht schnell herum: Die Kurse von Solaraktien rutschten am späten Nachmittag deutlich ab. Solarworld ging mit einem Minus von 4,85 Prozent bei 3,98 Euro aus dem Handel. In New York gab First Solar im Handelsverlauf um 4,3 Prozent auf 40,54 Dollar nach. Für das US-Unternehmen ist Deutschland ein wichtiger Markt.

Die übrigen Solaranlagen werden in nur noch drei Gruppen eingeteilt: Bis zehn Kilowatt, zehn bis 1000 Kilowatt und über 1000 Kilowatt. Die Kürzungen der Förderung in den Segmenten sollen ab April bei rund 20, etwa 25 und gut 30 Prozent liegen. Darüber hinaus wird bei Kleinanlagen nur noch 85 Prozent des Stroms zu staatlich garantierten Preisen abgenommen, für die übrigen beiden 90 Prozent, was die Kürzungen noch einmal verschärft. Zudem entfällt der bisherige Bonus für den Eigenverbrauch von Solarstrom. Ab Mai kommt zudem monatlich eine Kürzung der Abnahmepreise für neue Anlagen im festen Cent-Bereich hinzu, die gut einem Prozent entspricht. Auf das Jahr gerechnet bedeutet dies je nach Anlagenkategorie zwischen 10 und 15 Prozent Kappung. Durch die feste Cent-Größe erhöht sich die prozentuale Kürzung aber über die Jahre.

Seite 1:

Regierung kürzt Förderung

Seite 2:

Solarbranche kündigt Proteste an

Kommentare zu " Eiszeit für Solaranlagen: Regierung kürzt Förderung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Komisch daß der Stromkunde von den angeblichen Subventionen für AKW nie belastet wurde - der Strompreis blieb relativ niedrig, erst seit dem EEG explodieren die Preise. Da ist sicher die böse Atom-Lobby dran schuld.

    In Fukushima herrschen in der Tat schreckliche Zustände: Noch immer warten die Medien gespannt auf den ersten Strahlentoten oder -Verletzten, nur Geduld es kann sich nur noch um Jahre handeln. Die Strahlenkontamination in der "Todeszone" rund um Fukushima ist so schrecklich, sie ist fast schon so hoch wie die natürliche Hintergrundstrahlung in einigen deutschen Wäldern - das ist wirklich schlimm!!

    Ja und die Kosten von Fukushima - Wahnsinn. Nur weil Japanische Politiker als "Vorsichtsmassnahme" mal eben alle AKW c.a. 12 Monate lang abgeschaltet haben, und im ganzen Land die Stromversorgung beeinträchtigt haben und Fabriken zum Stillstand gebracht haben, und ein riesiges Gebiet aus "Vorsicht" mal so 1 Jahr lang geräumt haben, nur deshalb will die böse Industrie jetzt hunderte Milliarden an Schäden einklagen. Da ist auch die Atom-Lobby schuld, ganz sicher.

  • Das Einzige vor dem die Ölkonzerne wirklich Angst haben, ist die Atomenergie! Vor Solaranalgen die nach 100 Milliarden Förderung (also c.a. 5000 Euro aus den Taschen jedes Berufstätigen) nur wetterabhängig mal 1-2% der Stromversorgung bereitstellen, haben die sicher keine Angst. Da können die sicher sein, daß der Deutsche brav weiter sein Auto mit Benzin/Diesel auftankt, und im Winter viel Heizöl/Gas verbrennt.
    Wer glaubt daß man in "Schilda" nicht an die Kosten für den Rückbau von AKW gedacht hat, muss sehr naiv sein. Selbstverständlich hat man hier schon längst aus jeder kWh Atomstrom eine "Abgabe" abgezweigt, die den Rückbau der AKW locker finanzieren kann - also keine Spur von "wer zahlt für das alles, Hilfe!!!" - von wegen! Gorleben hat beispielsweise 1,5 Milliarden Euro gekostet und wurde zu 96% von den "bösen" Atomkraftwerken bezahlt. Das sollten die Gorleben Chaoten bei ihrer nächsten "Party" dort mal bedenken.

  • ca. 150. 000 Arbeitslätze mal schnell in Gefahr gebracht nur weil ein Politiker gut mit den E-Werken steht. Hier geht es doch nur um Profit, Angst das die Bürger unabhängig Strom produzieren und somit keine Steuern und Einnahmen mehr da sind. Wo sind jetzt eigentlich jetzt die "Grünen". Wenn Ölkonzerne oder die Regierung die Preise / Steuern erhöhen, schreit keiner die armen Bürger. Ausstieg aus dem Atomprogramm geht ja wohl nur mit Alternativen - wer bezahlt dann die Entsorgung !!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%