Eitel Sonnenschein bei der CDU
SPD will Saar-Desaster schnell abhaken

Die saarländischen Wähler haben den Trend in diesem Jahr nahtlos fortgesetzt. Als hätte es zuletzt die Aufregung um die Arbeitsmarktreform, das Gezerre um Zahnersatz und Kündigungsschutz nicht gegeben, waren die Gewinner unter den Parteien am Sonntagabend die gleichen wie vor der turbulenten Sommerpause.

Von Ulrich Scharlack, dpa =

HB BERLIN. Wie bei der Europawahl am 19. Juni konnte sich das Spitzenpersonal von CDU, Grünen und FDP am Sonntagabend in Berlin schon rasch entspannt zurücklehnen. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer stürmte im Eiltempo sogar schon 18 Minuten nach Schließung der Wahllokale ans Rednerpult im Berliner Adenauer-Haus, um das „Rekord-Ergebnis von der Saar“ zu kommentieren. Die dramatischen Verluste lagen einmal mehr bei der SPD.

Den unangenehmsten Part im Reigen der Berliner Wahlstellungnahmen musste SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter im Willy-Brandt-Haus übernehmen. Zum achten Mal nach der Bundestagswahl 2002 musste ein SPD-Vorderer einen Stimmenverlust kommentieren. Honorig räumte Benneter ein: „Der Rückenwind, den wir immer gerne vermitteln aus Berlin, hat dort noch nicht so gewirkt, wie wir uns das vorstellen.“ Nach dem Motto „Abhaken und weiter“ fügte er aber auch hinzu, er sei sich sicher, „dass sich der Wind dreht“.

In der SPD geht man davon aus, dass die Schlappe für Parteichef Franz Müntefering und Kanzler Gerhard Schröder insgesamt leichter als die zurückliegenden Misserfolge zu verschmerzen ist. Saar-SPD- Spitzenkandidat Heiko Maas hatte sich im Wahlkampf bewusst von der Reformpolitik im Bund abgesetzt. Zudem hatte er den in Ungnade gefallenen Oskar Lafontaine als prominenten Wahlunterstützer gewonnen. Ein Schachzug der nicht aufging, weil der ehemalige SPD- Chef mitten im Wahlkampf mit einer möglichen neuen Links-Partei liebäugelte.

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