EKD-Synode Verdi übt Kritik an evangelischem Arbeitsrecht

Die Evangelische Kirche in Deutschland will ein neues Arbeitsrecht verabschieden – und zieht damit die Kritik von Verdi auf sich. Die Gewerkschaft bemängelt, dass das uneingeschränkte Streikrecht wegfallen soll.
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Die neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer bei einer Pressekonferenz bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Quelle: dpa

Die neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer bei einer Pressekonferenz bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Gewerkschaft Verdi hat das neue kirchliche Arbeitsrecht, das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an diesem Mittwoch verabschieden möchte, als vollkommen unzureichend kritisiert. „Die Kirchengesetze, die die EKD-Synode beraten hat, erfüllen die Anforderungen der Gewerkschaften nicht“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler der Nachrichtenagentur dpa.

„Angesichts von Zwangsschlichtung und absoluter Friedenspflicht, wie sie von der EKD vorgesehen sind, werden nicht nur das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch die Vorgaben des Bundesarbeitsgerichts (BAG) deutlich verfehlt.“

Das neue Kirchenrecht sieht vor, dass die 20 evangelischen Landeskirchen künftig wählen können, ob sie auf ihrem Gebiet klassische Tarifverträge aushandeln oder wie bisher der sogenannte dritte Weg beschritten wird, bei dem spezielle Kommissionen Bezahlung und Arbeitsbedingungen aushandeln.

In den Kommissionen sollen im Unterschied zur heutigen Praxis künftig auch die Gewerkschaften vertreten sein. Ein uneingeschränktes Streikrecht soll es auch künftig nicht geben.

  • dpa
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9 Kommentare zu "EKD-Synode: Verdi übt Kritik an evangelischem Arbeitsrecht"

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  • Manch einer hat auch hartherzige und/oder selbstsüchtige Christen erleben müssen (vielleicht sogar in der eigenen Familie), das ist umso trauriger.
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    Mir kommen die Tränen. Wirklich, wenn der Diskurs nicht so absurd wäre....die Kirchenhasser haben mein Verständnis.....der Satz alleine schon zeigt die ganze Scheinheiligkeit dieses Vereins.

    Gross die Hand aufhalten und Steuergelder einstreichen, ein Monopol aufbauen und dann Kriterien hantieren, die grundgesetzlich unter aller Kannone sind siehe auch Selektion der Mitarbeiter gemäss "richtiger Religion" und "richtigem Lebenswandel" immer mit mehr oder weniger verdeckt aufgehaltener Hand.

    Die Kirchen, wie sie sich heute präsentieren, wären die ersten, die Jesus aus dem Tempel schmeissen würde, da Pharisäertum hoch drei.

  • Wenn das Streikrecht wegfällt, muss auch die Kirchensteuer wegfallen. Es ist an der Zeit.

  • Ok, Lutheraner, seine Worte: "Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde, bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!" Lukas 19,27 Solche Worte benötigt niemand.

  • "Aus meiner Sicht hat Kirche aktuell zwei wirkliche Probleme: Zum einen, dass deutlich(!) mehr Kirchenglieder sterben als getauft werden und zum anderen, dass wir das Gefühl vermitteln, dass nur zählt, wofür jemand bezahlt wird."

    Warum helfen die Kirchen diesem Gefühl dann nicht ab?
    Das Streikrecht wurde im übrigen mit Blut erkauft und gehört zu den besicherten Grundrechten eine jeden deutschen Bürgers, und hat mit Glauben soviel zu tun wie eine Kuh kein Bier gibt.

  • Ich finde spannend, wer sich so über das kirchliche Arbeitsrecht aufregt. - Dass Ver.Di ein Interesse daran hat, dass bei Kirche gestreikt werden darf, ist klar. Es wäre eine wirkliche Mitgliederkampagne, wenn - ja wenn - Ver.Di große Streiks innerhalb der Kirchen durchführen könnte. - Fakt ist allerdings, dass das kirchliche Arbeitsrecht in den letzten Jahrzehnten sehr gut funktioniert hat und kirchliche Mitarbeiter nun wirklich keinen Grund zur Klage haben. - Wo ist also der Anlass ein Streikrecht bewirken zu wollen? - Wer in und für die Kirche arbeiten will, der weiß doch, dass es sich um eine Glaubensgemeinschaft handelt, oder? Wir arbeiten ja nicht für Profit (was sollten wir damit auch?), sondern für das Reich Gottes und dafür, dass Menschen erfahren können, wie gut es ist, wenn man fest auf Christus gegründet wird.

    Das kirchliche Arbeitsrecht ist ein guter Weg OHNE Konfrontation, sondern im Miteinander.

    Die Kirchenhasser allerdings haben mein wirkliches Verständnis. Die Institution Kirche ist nicht fehlerfrei. Sie kann es nicht sein, ist sie doch eine Institution, in der Menschen Verantwortung übernehmen und tätig sind. - Manch einer hat sehr schlechte Erfahrungen mit Kirche gemacht, was wirklich schade ist. Manch einer hat auch hartherzige und/oder selbstsüchtige Christen erleben müssen (vielleicht sogar in der eigenen Familie), das ist umso trauriger.

    Doch am Auftrag der Kirche und der Christen in der Welt ändert das nichts und mit diesem Auftrag ist ein Streikrecht (gegen wen denn bitteschön? Gegen die eigene Berufung? Gegen den Auftrag der Christen in der Welt?) oder gar das Recht des Arbeitgebers auf Aussperrung einfach nicht vereinbar.

    Aus meiner Sicht hat Kirche aktuell zwei wirkliche Probleme: Zum einen, dass deutlich(!) mehr Kirchenglieder sterben als getauft werden und zum anderen, dass wir das Gefühl vermitteln, dass nur zählt, wofür jemand bezahlt wird.

    Wie schön wäre es, wenn wir uns auf die Anfänge besinnen würden und auf SEIN Wort.

  • Den Glauben verliert man ganz einfach: die ersten vier Seiten der Bibel genügen eigentlich um die Widersprüche und den Unsinn zu erkennen. Mal ernsthaft: in der Bibel kommen Einhörner vor, Fledermäuse werden als Vögel bezeichnet und ein unsichtbarer Mann im Himmel erschafft erst das Licht und dann die Sonne?!

  • "Eine Organisation, die sich außerhalb des Rechts unseres Staates stellt aber vom Steuergeld lebt, sollte abgeschafft werden."

    Jep.
    Ich empfinde als wirklich dreist was sich der Klerus erlauben kann in Sachen Bürgerrechte, die für jeden, egal welcher Religion jemand frönt, gelten, und zu gelten haben.
    Wie geht das, ich gründe über Facebook eine neue Kirchengemeinde, lass deren Rechtmäßigkeit feststellen, und bin dann frei von bestimmten Regelungen, und bekomme noch Geld dafür?
    Das ist ja so wie mit diesen angeblichen Kinderhilfswerken, die nur dazu dienen, von den Spenden ein erkleckliches Gehalt zu bekommen.
    Hier ist was faul im Staate.

  • Ich kann nur jedem raten aus der Kirsche auszutreten. Nur so kann dieser Verein von alten Männern zum Umdenken bewegt werden.Das heisst nicht seinen Glauben zu verlieren !!
    Bischhöfe werden vom Staat besoldet, in der höchsten Beamtenbesoldungsstufe .. Altenpfleger werden mit Hungerlöhnen abgespeist ! Ist das christlich ???

  • Eine Organisation, die sich außerhalb des Rechts unseres Staates stellt aber vom Steuergeld lebt, sollte abgeschafft werden.

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