EKD-Synode
Verdi übt Kritik an evangelischem Arbeitsrecht

Die Evangelische Kirche in Deutschland will ein neues Arbeitsrecht verabschieden – und zieht damit die Kritik von Verdi auf sich. Die Gewerkschaft bemängelt, dass das uneingeschränkte Streikrecht wegfallen soll.
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DüsseldorfDie Gewerkschaft Verdi hat das neue kirchliche Arbeitsrecht, das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an diesem Mittwoch verabschieden möchte, als vollkommen unzureichend kritisiert. „Die Kirchengesetze, die die EKD-Synode beraten hat, erfüllen die Anforderungen der Gewerkschaften nicht“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler der Nachrichtenagentur dpa.

„Angesichts von Zwangsschlichtung und absoluter Friedenspflicht, wie sie von der EKD vorgesehen sind, werden nicht nur das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch die Vorgaben des Bundesarbeitsgerichts (BAG) deutlich verfehlt.“

Das neue Kirchenrecht sieht vor, dass die 20 evangelischen Landeskirchen künftig wählen können, ob sie auf ihrem Gebiet klassische Tarifverträge aushandeln oder wie bisher der sogenannte dritte Weg beschritten wird, bei dem spezielle Kommissionen Bezahlung und Arbeitsbedingungen aushandeln.

In den Kommissionen sollen im Unterschied zur heutigen Praxis künftig auch die Gewerkschaften vertreten sein. Ein uneingeschränktes Streikrecht soll es auch künftig nicht geben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Manch einer hat auch hartherzige und/oder selbstsüchtige Christen erleben müssen (vielleicht sogar in der eigenen Familie), das ist umso trauriger.
    _______________

    Mir kommen die Tränen. Wirklich, wenn der Diskurs nicht so absurd wäre....die Kirchenhasser haben mein Verständnis.....der Satz alleine schon zeigt die ganze Scheinheiligkeit dieses Vereins.

    Gross die Hand aufhalten und Steuergelder einstreichen, ein Monopol aufbauen und dann Kriterien hantieren, die grundgesetzlich unter aller Kannone sind siehe auch Selektion der Mitarbeiter gemäss "richtiger Religion" und "richtigem Lebenswandel" immer mit mehr oder weniger verdeckt aufgehaltener Hand.

    Die Kirchen, wie sie sich heute präsentieren, wären die ersten, die Jesus aus dem Tempel schmeissen würde, da Pharisäertum hoch drei.

  • Wenn das Streikrecht wegfällt, muss auch die Kirchensteuer wegfallen. Es ist an der Zeit.

  • Ok, Lutheraner, seine Worte: "Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde, bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!" Lukas 19,27 Solche Worte benötigt niemand.

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