Eklat im sächsischen Landtag: NPD stört Wulff-Rede mit Sarrazin-Plakat

Eklat im sächsischen Landtag
NPD stört Wulff-Rede mit Sarrazin-Plakat

Beim Antrittsbesuch von Bundespräsident Christian Wulff im sächsischen Landtag hat die rechtsextremistische NDP am Mittwoch für einen Eklat gesorgt. NPD-Abgeordnete hielten während der Ansprache Plakate hoch, auf denen es hieß: "Alle wissen: Sarrazin hat Recht".
  • 3

HB DRESDEN. Fraktionschef Holger Apfel versuchte zudem, die Rede durch Zwischenrufe zu stören. Mehrere Saalordner mussten einschreiten, um die offenkundig vorbereitete Provokation zu beenden. Wulff ging auf den Zwischenfall nicht ein.

In seiner Rede unterstrich der Bundespräsident die Bedeutung frühkindlicher Bildung. Investitionen in die frühzeitige Bildung würden nachweislich die höchste Rendite erbringen, sagte Wulff bei seinem ersten Besuch in einem Bundesland nach seinem Amtsantritt. Gerade auch Kinder mit Migrationshintergrund hätten "ganz großartige Chancen in unserem Land", wenn sie bereits frühzeitig optimal gefördert würden.

Zudem verwies er im Dresdner Parlament darauf, dass Sachsen im Pisa-Vergleich seit Jahren Spitzenpositionen belege. Außerdem weise das Bundesland gemeinsam mit Thüringen die höchste Quote bei der Ganztagsbetreuung in Kindertagesstätten und Grundschulen auf. Damit habe die Bildungslandschaft in Sachsen Vorbildcharakter für ganz Deutschland. Wulff sagte weiter, Sachsen sei mit Abstand der wichtigste Standort für Forschung und Entwicklung in Ostdeutschland und eines der wirtschaftlich dynamischsten Bundesländer.

Maßgeblich dazu beigetragen hat Wulff zufolge die Konzentration auf Bildung und Forschung. Das Land habe seit der Wiedervereinigung vor allem in der Bildungspolitik Profil gewonnen. Wulff würdigte auch die Rolle der Menschen in Sachsen bei der friedliche Revolution im Herbst 1989. Die Montagsdemonstrationen in Plauen, Dresden und Leipzig hätten sich zu einer Massenbewegung in der DDR entwickelt und schließlich maßgeblich zum Ende der SED-Herrschaft geführt.

Dies sei auch ein Grund gewesen, die Serie von Antrittsbesuchen in den Bundesländern in Sachsen zu beginnen. Bereits zu Beginn und zum Ende der Ansprache des Staatsoberhaupts waren die NPD-Abgeordneten demonstrativ sitzengeblieben, während die Abgeordneten aller anderen Fraktionen sich von ihren Plätzen erhoben hatten und Beifall spendeten.

Kommentare zu " Eklat im sächsischen Landtag: NPD stört Wulff-Rede mit Sarrazin-Plakat"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was ist das interessante an diesem Artikel? Die hochgehaltenen Zettel enthalten doch geanau das, was alle Politiker uns seit Sarrazin erzählen. "in der Sache hat er ja Recht.....!" Sind die Aussagen der sich selbst als Elite bezeichneten Vertreter sogenannter demokratischer Parteien, nun unwahr geworden? Oder darf eine politsche Partei, die in D nicht verboten ist und, wie der Autor ja treffend feststellte, auch im sächsischen Landtag sitzt, nicht der gleichen Meinung sein, wie andere Parteien, des parlamentarischen Spektrums? Die behauptung von Herrn Sarrazin "Deutschland schafft sich ab" ist sicherlich nicht die Schuld der Migranten, sondern die der regierenden politischen Kaste, die Deutschland zum Einwanderungsland erklärt hat, die möglicherweise einen inneren Vorbeimarsch haben, wenn es um die phantasievolle, wohl aus Träumereien entstandenen, beschreibung eines von ihnen gewünschten Multikulturismus geht.

    Wenn man mich nach Plasberg gefragt hätte, ob mir Wanderers Nachtlied bekannt ist, hätte ich schon gewusst, um was es sich dabei handelt. ich hätte aber unhöflicherweise eine fragende Antwort gegeben: "Nein, ist das sowes wie Gute Nacht Deutschland?"

  • > murat

    "Auch über die Türken würde sich heute keiner aufregen, wenn sie Christen wären."

    Gute idee. Werdet einfach alle Christen.

    Der islam gehört nach Asien, das ja bekanntlich am bosporus beginnt.

  • ach was, schiebt sie alle ab. Denn das ist das Ziel, es geht nicht um die integration. Keiner soll mir erzählen, dass sich die Russen, Griechen, Polen oder die anderen Ostblockkonsorten besser integriert hätten. Auch über die Türken würde sich heute keiner aufregen, wenn sie Christen wären.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%