Elektroauto-Quote
Union wirft Umweltministerin „Öko-Dirigismus“ vor

Elektroautos sind in Deutschland nach wie vor Ladenhüter. Umweltministerin Barbara Hendricks will das ändern und bringt eine Quote ins Spiel, um die Verkaufszahlen zu steigern. Die Union lehnt den Vorstoß ab.
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BerlinDie Union hat den Vorstoß von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für Quote für Elektroautos scharf zurückgewiesen. „Eine Quote ist nichts anderes als ein Kaufzwang. Der Öko-Dirigismus wird immer absurder“, sagte der Vize-Chef der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs (CDU), dem Handelsblatt. „Wer E-Autos verordnen will, hat jegliche Hoffnung in Innovation und Wettbewerb aufgegeben.“

Hendricks hatte die Quote angesichts des schleppenden Absatzes von Elektroautos in Deutschland ins Spiel gebracht. Es sei „gut möglich, dass wir eine Quote für Elektroautos brauchen werden, um den Übergang ohne Brüche zu organisieren“, sagte die Ministerin in einem Interview. „Und das sage ich nicht als Umweltministerin, sondern als Sozialdemokratin, die die guten Arbeitsplätze in Deutschland erhalten möchte. Die Quote wird die Hersteller auch dazu bewegen, endlich Modelle anzubieten, die für Normalverdiener erschwinglich sind.“

Der CDU-Verkehrsexperte Ulrich Lange reagierte ebenfalls mit Unverständnis. „Neue Forderungen nach Zwangsquoten sind hektischer Aktionismus der Ministerin. Käufer brauchen Zeit und brechen ihre Entscheidung nicht übers Knie“, sagte Lange. „Das, was für die potentiellen Käufer von Elektrofahrzeugen wichtig ist, sind die Reichweite und Verfügbarkeit von Ladesäulen.“ Hier sei zügig eine gute Infrastruktur nötig, und daher werde deren Ausbau bereits mit staatlichen Programmen gefördert.

Auch die Automobilindustrie wolle sich mit einer großen europaweiten Initiative an dem Aufbau der Ladesäuleninfrastruktur beteiligen, sagte Lange weiter. „Auf diesen Bereich sollten wir uns zunächst konzentrieren und nicht in blinden Aktionismus verfallen.“

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Verband: Elektromarkt wird im Jahr 2017 um 50 Prozent zulegen

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • @Herr J.-Fr. Pella10.01.2017, 13:57 Uhr

    Herr Pella, "Jetzt noch SEX in Pflegeheimen auf Krankenschein."
    - Das ist noch der beste Vorschlag der Grünen - hat mit den E-Autos allerdings wenig zu tun, es sei denn die Sexualassistentinnen würden E-Autos für die Fahrt zu ihren Diensten in den Pflegeheimen bevorzugen.

    Nur befürchte ich, die Hirngespinste gewisser Politiker gehen so weit, dass wir einen Zuschlag für ein konventionelles Auto bezahlen müssen, wenn wir kein Elektro-Auto kaufen wollen, praktisch als Strafe.

  • @ G. Nampf

    Das EEG droht gegen die Wand zu fahren. Nach Angaben des BDEW ist für das Jahr 2016 ein neuer Rekord beim Stromexport Deutschlands zu verzeichnen. Brutto gingen 2016 wohl 82 TWh ins Ausland, netto 55,5 TWh. Verbraucht wurden 648 TWh, also gingen brutto rd. 13% der hiesigen Stromproduktion ins Ausland, wozu natürlich auch der nicht vorhandene CO2-Preis für die Khlekraftwerke mit beiträgt. Die laufen, als gäbe es kein Morgen.
    Scheinbar erkennt man, dass für den Ausbau des unnützen Windstroms harte Zeiten anbrechen, wenn das so weitergeht. Folgerichtig schreibt man den Bürgern E-Mobile vor, ungeachtet der Frage, on denn der Windstrom dann anfällt, wenn der mobile E-Bürger ihn braucht. Die haben es voll drauf.

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