Elektroautos Gabriel fordert Kaufprämien, Schäuble sträubt sich

Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Um das Ziel erreichen zu können, will Sigmar Gabriel zusätzliche Anreize schaffen. Doch Wolfgang Schäuble hat etwas dagegen.
Die Förderung der Elektromobilität ist eines der zentralen Ziele, dass sich die Koalition aus CDU, CSU und SPD gesetzt hat. Quelle: dpa
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Die Förderung der Elektromobilität ist eines der zentralen Ziele, dass sich die Koalition aus CDU, CSU und SPD gesetzt hat.

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BerlinWirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) drängt die Bundesregierung zu einem Förderprogramm für Elektroautos. Denkbar seien auch Kaufprämien, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch. „Der Minister hält ein Maßnahmenbündel für notwendig, um der Elektromobilität einen weiteren Anstoß zu verleihen“, erläuterte er. Einig ist sich die Bundesregierung aber bislang nicht. Eine Sprecherin von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) signalisierte Vorbehalte gegen Kaufprämien. Der Wochenzeitung „Die Zeit“ zufolge fordert Gabriel Kaufanreize über zwei Milliarden Euro, finanziert die aus dem laufenden Bundesetat.

Die Bundesregierung bekräftigte ihr Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen. Momentan erscheint diese Marke aber in weiter Ferne, weil erst einige Tausend solcher Fahrzeuge verkauft wurden. Deshalb plädieren Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) seit längerem für finanzielle Anreize. Inzwischen wird in der Regierung auf Staatssekretärsebene darüber beraten.

Populäre Elektroautos sind leider teuer
Renault Twizy, bis 18 PS, bis 100 km Reichweite
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Genau genommen ist der Renault Twizy kein Elektroauto, in der Zulassungsstatistik läuft er als Quad. Dennoch kann er als preisgünstiger Einstieg in die Elektro-Welt herhalten. Dabei zeigt sich der kleine Elektroflitzer erstaunlich wertstabil: Neu ist er ab 7.000 Euro zu haben, die Gebraucht-Preise liegen in einem Ranking des Vergleichportals AutoUncle.de bei 6.850 Euro. Dafür gibt es einen Twizy des Jahrgangs 2012, der im Schnitt bereits 9.500 Kilometer gefahren ist. Für das Ranking haben die Gebrauchtwagen-Experten die Internet-Inserate von 1.589 in Deutschland zum Verkauf angeboteten Elektroautos untersucht. Einzige Voraussetzung neben dem Elektro-Antrieb: Von jedem Modell mussten mindestens 20 Inserate vorliegen, um Exoten auszuschließen.

Mitsubishi EV, Peugeot iOn und Citroën C-Zero
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Eine weitere Erkenntnis der AutoUncle-Studie: Elektroautos sind am häufigsten weiß lackiert – über die Hälfte der aktuell zum Verkauf stehenden Elektroautos sind in neutralem Weiß gehalten. Wie auch dieser Citroën C-Zero mit 67 PS und maximal 150 km Reichweite. Das Trio Mitsubishi EV, Peugeot iOn und Citroën C-Zero läuft baugleich in Japan vom Band. Als Gebrauchtwagen unterscheiden Sie sich aber deutlich: Von 11.995 Euro für den C-Zero (7.226 Kilometer) über 13.945 Euro für den iOn mit 14.722 Kilometern bis zum Mitsubishi für glatte 16.000 Euro (17.578 Kilometer) ist die Bandbreite groß. Wer nicht an eine Marke gebunden ist, kann hier einige tausend Euro sparen.

Renault Fluence, 95 PS, 185 km Reichweite
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Trotz der Limousinen-Form taugt der Fluence kaum als Familienauto, der Kofferraum ist zum Großteil mit Akkus gefüllt. Deshalb hat sich der Fluence auch nie so recht durchgesetzt – entsprechend sehen die Gebrauchtwagenpreise aus. Statt des Neupreises von 25.950 Euro wird ein Fluence des Jahrgangs 2012 mit 9.850 Kilometern für gerade einmal 14.980 Euro gehandelt. Übrigens: Nur sechs Prozent der Elektroauto-Angebote kommen von Privatverkäufer, der Großteil von Händlern.

Renault Kangoo ZE
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Für einen neuen Kangoo ZE verlangt Renault 22.660 Euro zuzüglich der monatlichen Kosten für die Batterie. Gebraucht gibt es den Elektro-Lieferwagen mit 44 kW Leistung bereits ab 17.895 Euro. Für diesen Preis hat der Kastenwagen aus dem Jahr 2012 im Schnitt 6.550 Kilometer auf der Uhr. Er kommt maximal 170 km weit mit einer Batterieladung.

Smart Fortwo ED mit 75 PS und 145 km max. Reichweite
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Neu kostet ein Smart Fortwo electric drive 18.910 Euro – mindestens, denn die Aufpreisliste ist lang. Gebraucht kostet ein Elektro-Smart des Jahrgangs 2014 nicht viel weniger: AutoUncle listet den kleinen Zweisitzer mit 17.990 Euro bei 4.565 Kilometern Laufleistung. Da der Wagen fast neuwertig ist, liegen auch die Preise noch fast auf Neuwagen-Niveau. Die Gebrauchten dürften aber etwas besser ausgestattet sein als ein "nackter" Neuwagen.

Renault Zoë mit 120 PS und 210 km theoret. Reichweite
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Beim Renault Zoë ist zu beachten: Er kann nur per Adapter an einer Haushaltssteckdose geladen werden, eine (teure) Wallbox ist eigentlich Pflicht. Hat man aber eine Ladesäule gefunden, gehört der Zoë zu den Schnellladern. Verglichen mit anderen Elektroautos ist sein Wertverlust relativ groß: Statt zum Neupreis von 21.700 Euro werden gebrauchte 2014er-Modelle mit 5.900 Kilometern für 19.028 Euro gehandelt. Aber Vorsicht: Beim Zoë fallen monatliche Zusatzkosten für die Batterie an.

VW E-Up mit 82 PS und 160 km max. Reichweite
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Größer als beim Renault Zoë ist die Differenz zwischen Neuwagen- und Angebotspreis beim VW E-Up. Mit durchschnittlich 4.696 Euro haben die angebotenen e-Ups eine ähnliche Laufleistung wie der Smart, sind aber aus dem Jahr 2013. Mit 21.950 Euro im Internet unterbietet der Elektro-VW den Neuwagenpreis von 26.900 Euro deutlich.

Die Förderung der Elektromobilität ist eines der zentralen Ziele, dass sich die Koalition aus CDU, CSU und SPD gesetzt hat. „Bei der Unterstützung des Markthochlaufs der Elektromobilität setzen wir auf nutzerorientierte Anreize statt auf Kaufprämien“, heißt es dazu im Koalitionsvertrag. Auf diese Formulierung wies Schäubles Sprecherin nun ausdrücklich hin.

Wie Gabriel bereits früher angedeutet hatte, dürfte ein weiteres Element des von ihm eingeforderten Förderpakets ein schnellerer Ausbau der Ladestationen für E-Autos sein. Auch eine umfangreichere Verwendung von solchen umweltschonenden Fahrzeugen in öffentlichen Verwaltungen hat die Regierung offenbar im Blick. Einen Zeitplan für die Entscheidung über das Programm wollte Gabriels Sprecher nicht nennen.

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